Viren im Schulessen : Sechs Küchen in MV kontrolliert

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Nach den Magen-Darm-Erkrankungen von mehreren tausend Schulkindern in vier Bundesländern wurden gestern auch sechs Regionalküchen der Catering-Firma Sodexo in Mecklenburg-Vorpommern kontrolliert.

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28. September 2012, 09:45 Uhr

Schwerin/Berlin | Nach den Magen-Darm-Erkrankungen von mehreren tausend Schulkindern in vier Bundesländern wurden gestern auch sechs Regionalküchen der Catering-Firma Sodexo in Mecklenburg-Vorpommern kontrolliert. Das bestätigte gestern das Büro von Verbraucherminister Till Backhaus (SPD) gegenüber unserer Redaktion. "Neben der Kontrolle der Lebensmittelhygiene wurden die Zusammenstellung der Speisepläne und die Lieferverbindungen überprüft", sagte eine Sprecherin. Der Essenliefer Sodexo unterhält Filialen in Neubrandenburg, Demmin, Rostock, Stralsund und Nostorf bei Boizenburg. Aus den Kontrollen hätten sich keine Hinweise auf Gefahren ergeben, so das Ministerium.

Auch aus dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock (Lagus) kam gestern Entwarnung. "Bisher gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine auffällige Erkrankungshäufung im Zusammenhang mit der Essensversorgung in Gemeinschaftseinrichtungen", sagte eine Lagus-Sprecherin. Die Gesundheitsämter seien aber alarmiert.

Bundesweit sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts seit Dienstag mehr als 4000 Kinder erkrankt. Offenbar steigt die Zahl der Erkrankten aber weiter. In Sachsen hat sie sich auf inzwischen 2000 Fälle mehr als verdreifacht. In Brandenburg erhöhte sich die Zahl der Krankheitsfälle um 400 auf 1500. Das Schulessen gilt als mögliche Quelle der Massenerkrankung. Behörden gehen davon aus, dass es sich bei den Erregern um Noroviren handelt. Die Schulen sind von dem Rüsselsheimer Catering-Unternehmen Sodexo beliefert worden.

Dagegen sieht sich Sodexo nicht verantwortlich. Auf der Internet-Seite des Essenlieferers heißt es in einer Stellungnahme: "Die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen gelieferten Essen und Erkrankungen lässt derzeit keinerlei Rückschlüsse zu."

In Mecklenburg-Vorpommern erhalten einer Befragung von 2010 zufolge 87 Prozent der Schulen vorgekochtes Essen von einem Caterer, das vielfach über lange Wege angeliefert wird. Weniger als jede zehnte Schule hat eine richtige Küche, noch seltener wird aus frischen Zutaten gekocht. Zur Verbesserung des Schulessens wurde im März 2009 mit Unterstützung des Verbraucherministeriums eine Vernetzungsstelle Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung eingerichtet.

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