Eigentümer Gesucht : Sechs Investoren für Maplan-Werk

Die Werkhallen von Maplan in Schwerin-Süd
Die Werkhallen von Maplan in Schwerin-Süd

Schweriner Belegschaft sucht mit einmaliger Jobaktion neuen Eigentümer

svz.de von
08. September 2017, 21:00 Uhr

Eine bisher wohl einmalige Jobaktion in Westmecklenburg: Die 165 Beschäftigten des insolventen Maschinenbauers Maplan in Schwerin werben heute mit einer Anzeigenaktion um einen neuen Arbeitgeber. Nach monatelanger Hängepartie drängen die Mitarbeiter vor dem für Dienstag angesetzten Gläubigertreffen auf eine Investoren-Entscheidung. Durch „fatale Fehlentscheidungen“ würden die Beschäftigten vor dem Aus stehen, erklärte IG-Metall-Geschäftsführer Stefan Schad. Die Maschinenbauer suchen einen „kompetenten, konzeptfreudigen, umsetzungsfähigen Unternehmer/Investor, der sich im Großteil ,Zerspanungsbereich’ zu Hause fühlt“, schreiben sie. Gebraucht werde ein „Eigentümer, der Arbeitnehmer wertschätzt, respektiert und Sie dementsprechend behandelt“ sowie ein „Unternehmer der für tarifliche Arbeits- und Lohnbedingungen steht“. Schad: „Das Know-how und das Produktportfolio stimmen, was fehlt ist ein Investor der die Chance ergreift.“

Das traditionsreiche Unternehmen war offenbar u. a. nach Vertriebsproblemen zunächst 2016 in die Insolvenz geraten. Ende des Jahres war die rheinland-pfälzische Beteiligungsgesellschaft Restart eingestiegen. 2017 war die Firma erneut insolvent. Das Werk habe bereits 2016 knapp ein Drittel der Kollegen verloren, kritisierte der Vize-Betriebsratschef der Maplan Machining, Stefan Peters: „IG Metall, Betriebsrat und Beschäftigte kämpfen für eine Zukunft des Werks.“

Wie es heißt, hätten sich sechs Investoren um die Übernahme des Werkes beworben. Maplan stellt in Lohnfertigung unter anderem Zylinder, Walzen, Schnecken und Teile für Schiffsmotoren her. In der Branche ist das Unternehmen hoch angesehen. Die Firma hat eine motivierte Belegschaft, einen weltweiten Kundenstamm sowie modernste Fertigungsanlagen, heißt es. Die Maplan Maschinenfabrik war aus dem DDR-Plastmaschinenwerk Schwerin hervorgegangen. 


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