zur Navigation springen

Wirtschaft MV : Schwund an Lehrlingen hält an

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Zahl der Lehrlinge im Land geht weiter zurück. Doch das hängt nicht nur mit der Geburtenentwicklung nach 1990 zusammen.

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Geringe Geburtenraten und eine zunehmende Zahl von Abiturienten sorgen in Mecklenburg-Vorpommern für eine weiterhin rückläufige Nachfrage nach einer klassischen Berufsausbildung. So ging die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Jahr 2016 auf landesweit 7693 zurück und damit auf den bislang niedrigsten Stand.

Wie das Statistische Amt in Schwerin gestern weiter mitteilte, befanden sich Ende vorigen Jahres im Nordosten insgesamt 18 988 junge Menschen in einer dualen, meist drei Jahre dauernden Ausbildung. Auch das war die bisher geringste Anzahl. Statt 26 Prozent wie noch vor zehn Jahren legten im Jahr 2016 rund 36 Prozent der Schulabgänger im Nordosten das Abitur ab und strebten zum Großteil zum Studium.

Vor rund 20 Jahren hatte es noch mehr als 50 000 Lehrlinge im Land gegeben. Seit 1999 aber gehen die Zahlen laut Statistikamt zurück.

Den größten Schwund gab es im Handwerk, das 1995 allein noch 20 600 Auszubildende zählte, dabei wegen der damals großen Zahl von Schulabgängern aber vielfach über den eigenen Bedarf ausbildete. Ende vorigen Jahres verzeichnete das Handwerk erstmals seit drei Jahren wieder mehr als 5000 Lehrlinge, klagt bei 1900 neuen Verträgen aber weiter über fehlende Bewerber.

In Industrie, Handel und Gastronomie gehen die Lehrlingszahlen unterdessen weiter zurück. Im Vorjahr starteten in diesen Bereichen genau 4668 junge Leute eine Ausbildung, über alle drei Lehrjahre waren es gut
11 000. In Gastronomie und Hotellerie, die nach Verbandsangaben besonders unter Nachwuchsmangel leiden, nahmen im Vorjahr rund 550 Jugendliche eine Ausbildung auf, gut 400 in der Landwirtschaft. Einen leichten Zuwachs verzeichnete der öffentliche Dienst, der laut Statistik im Vorjahr 273 Auszubildende aufnahm.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen