Polizei sucht Brandstifter : Schwinkendorf: Halle voller Stroh vernichtet

<strong>Die Feuerwehr</strong> ließ die Halle kontrolliert niederbrennen. <foto>dpa</foto>
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Die Feuerwehr ließ die Halle kontrolliert niederbrennen. dpa

Eine neue Brandserie beunruhigt den Norden: Gestern brannte in Schwinkendorf aus bisher ungeklärter Ursache eine 70 Meter lange Scheune nieder. Menschen wurden nicht verletzt. Der Schaden beträgt fast 250 000 Euro.

svz.de von
03. Januar 2013, 06:42 Uhr

Waren | Eine neue Brandserie beunruhigt den Norden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Am Donnerstagmorgen brannte in Schwinkendorf aus bisher ungeklärter Ursache eine 70 Meter lange Scheune nieder, in der 1000 Ballen Futterstroh lagerten, wie eine Polizeisprecherin in Neubrandenburg sagte. Glück im Unglück: Vier Feuerwehren konnten knapp verhindern, dass die Flammen auf einen wenige Meter entfernten Stall mit 100 Kälbern übergriffen. Menschen wurden nicht verletzt. Die Riesenscheune - in der auch 300 Tonnen Düngemittel lagerten - brannte nieder. "Der Schaden wird wohl fast 250 000 Euro betragen", sagte Ralf Doennig, Leiter der Agrargenossenschaft Schwinkendorf eG.

Es war laut Polizei bereits der dritte Brand innerhalb weniger Wochen in dem Dorf. "Wir sind schon zum zweiten Mal betroffen, nun wird das Futterstroh knapp", erklärte Doennig. Zugleich war es das achte Feuer innerhalb eines halben Jahres in der Region zwischen Schwinkendorf und Jürgenstorf, wo ein anderer Agrarbetrieb ebenfalls schon zweimal sein Stroh einbüßte. Der Gesamtschaden wird bereits auf mehr als 600 000 Euro geschätzt.

Zuletzt waren am 26. Dezember eine mit Stroh gefüllte Lagerhalle in Jürgenstorf, davor eine ehemalige Reithalle und eine Strohmiete in Schwinkendorf vernichtet worden. Der bisher größte Schaden entstand bei einem Feuer, das eine abgelegene Bootsschuppenanlage bei Zettemin am Rützenfelder See vernichtete. Die Polizei vermutet in allen Fällen Brandstiftung. Ob aber alle Feuer miteinander in Verbindung stehen, sei noch nicht klar.

"Wir hoffen, dass man den Brandstifter möglichst schnell findet", sagte Doennig, vorher könne keiner ruhig schlafen. Für seinen Betrieb mit 18 Beschäftigten und 1000 Rindern gehe es nun darum, Futter zu organisieren. "Aber wer verkauft derzeit Stroh? Das wird schwierig, weil die Ernte auch nicht so toll war", meinte der Landwirt.

Erst im Mai 2012 hatten Gerichte in Neubrandenburg und Waren zwei Männer wegen Brandserien, die sie in Neukalen und Penzlin verursacht hatten, zu Haftstrafen von drei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Die beiden geständigen Brandstifter hatten mehrere Monate lang gezündelt, zum Teil aus Abenteuerlust: Beide waren auch Feuerwehrleute.

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