Mecklenburg Vorpommern : Schwimmen verschwindet vom Lehrplan

Nicht alle Kinder schwimmen so gut wie  wie sie es sollten.
Nicht alle Kinder schwimmen so gut wie wie sie es sollten.

Längst nicht jede Schule in MV bietet Schwimmunterricht an: Angebote von DRK und DLRG gefragt

svz.de von
29. Juli 2014, 20:23 Uhr

Im Land der mehr als 1000 Seen ist es um das Schwimmenlernen in der Schule nicht zum Besten bestellt – der im Lehrplan der Grundschulen vorgesehene Unterricht wird in Mecklenburg-Vorpommern längst nicht überall erteilt. Im Schuljahr 2012/2013 war mehr als jede achte Grundschule betroffen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervor, die gestern veröffentlicht wurde.

Mehrere Gründe wurden dafür genannt: Sie reichen von schlechtem Wetter während des im Freien geplanten Schwimmlagers bis zur fehlenden Übernahme der Fahrtkosten durch den Schulträger. Mitunter mangelte es auch an Rettungsschwimmern oder geeigneten Schwimmstätten. An mancher Grundschule gibt es auch nur alle zwei Jahre Schwimmunterricht, dann für zwei Klassenstufen. Das Bildungsministerium hatte 268 Schulen mit Grundschülern befragt, 247 hatten geantwortet. Von diesen gab es in 34 keinen Schwimmunterricht.

Der Schwimmunterricht in der Schule ist auch nicht immer von Erfolg gekrönt: Von den 10 585 Mädchen und Jungen, für die es im Schuljahr 2012/13 Schwimmunterricht gab, beendeten ihn fast 1300 als Nichtschwimmer.

„Das Bildungsministerium sollte die Rahmenbedingungen schaffen, damit jedes Kind schwimmen lernen kann“, forderte die bildungspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Simone Oldenburg. Die Fahrtkosten zum Schwimmunterricht dürfe das Land nicht allein den klammen Schulträgern, den Kommunen, aufbürden. „Wir fordern: Schwimmunterricht für alle Kinder in der 3. Klasse und einen Festigungskurs in der 5. oder 6. Klasse“, sagte Oldenburg. Kosten und Kontrolle müsse das Land sicherstellen.

Auch Rettungsorganisationen wie das DRK und die DLRG sind mit der Situation nicht zufrieden. Sie steuern mit eigenen Schwimmkursen gegen. Allein das DRK in Mecklenburg-Vorpommern erteilt in seinen Kitas jährlich rund 1000 Vorschulkindern kostenlos Schwimmunterricht, wie der zuständige Referent beim Landesverband, Thomas Powasserat, sagte. In den Sommerferien bieten DRK und DLRG auch Schwimmlager an Seen und Küste an. Die Nachfrage ist groß, die Kurse meist ausgebucht, wie es hieß.

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