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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 18:53 Uhr

Schwesig kündigt Reform der Pflege an

vom

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2012 | 09:50 Uhr

Schwerin | Familien sind nach Auffassung von Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) in Mecklenburg-Vorpommern immer noch "der größte Pflegedienst" und bräuchten mehr Aufmerksamkeit, mehr Dank und mehr Unterstützung. Deshalb habe die SPD/CDU-Landesregierung einen "Strategiewechsel" vorgenommen, sagte die Ministerin gestern im Landtag. Während in den vergangenen Jahren die Pflegeheime intensiv unterstützt wurden, müssten nun bessere Rahmenbedingungen für die ambulante Pflege geschaffen werden. Das sei im Interesse der Betroffenen, die in der Regel so lange wie möglich in ihrem gewohnten Zuhause bleiben wollten.

Darum sollte zum Beispiel der Staat Familienmitglieder besser unterstützen, die statt zu arbeiten ihre kranken Eltern betreuen. Allerdings dürfe diese Aufgabe nicht allein an den Frauen hängen bleiben, deren Berufstätigkeit schließlich gewünscht sei. Damit in MV künftig genügend professionelle Pflegekräfte arbeiten, müsse das Berufsbild attraktiver werden, so Schwesig. Pflege sei "viel mehr als Füttern und Hintern abwischen". Und natürlich müssten die Pflegekräfte insgesamt gerecht bezahlt werden. Das zeige der anhaltende Streit zwischen den ambulanten Pflegediensten und den Krankenkassen.

Linke sieht Notstand

Silke Gajek (Grüne) begrüßte den Ansatz, die ambulante der stationären Pflege so weit wie möglich vorzuziehen. Zudem forderte sie, neue Wohnformen wie Senioren-Wohngemeinschaften stärker zu unterstützen. Helmut Holter, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei, prangerte unterdessen an, dass wegen eines "akuten Reformstaus" inzwischen "die Grenze zum Pflegenotstand überschritten" sei. Die Pflegekräfte würden schlecht bezahlt und müssten in einem sehr ungünstigen Schichtdienst arbeiten, sagte er. Zweifelhaft sei zudem, dass der Mindestlohn in Westdeutschland höher sei als in Ostdeutschland. Das wurde von der SPD bestritten.

CDU-Fraktionschef Vincent Kokert widersprach dem Eindruck, Pflegekräfte in MV würden insgesamt schlecht bezahlt. "Dann wären die längst alle weg", sagte Kokert. Viele Pflegedienste würden zusätzlich zum Gehalt einen Dienstwagen und ein Diensttelefon stellen und für die Kinder ihrer Mitarbeiterinnen zum Beispiel einen Kita platz organisieren.

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