Horrorunfall mit vier Toten : Schwerverletzte kämpfen weiter ums Überleben

Blumen, Kerzen und Kuscheltiere liegen an der Unfallstelle bei Groß Kiesow

Blumen, Kerzen und Kuscheltiere liegen an der Unfallstelle bei Groß Kiesow

Das Dorf Groß Kiesow nimmt am Montagabend Abschied von den Menschen, die bei einem Unfall am Wochenende ums Leben kamen. Die beiden Schwerverletzten kämpfen weiter ums Überleben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

svz.de von
08. August 2016, 12:00 Uhr

Nach dem Unfall mit vier Toten in Groß Kiesow (Vorpommern-Greifswald) kämpfen zwei Schwerverletzte weiter ums Überleben. Der Zustand einer 20-Jährigen und ihres 27-jährigen Freundes sei kritisch, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Sie seien in ein künstliches Koma versetzt worden. Bislang geht die Polizei von überhöhter Geschwindigkeit als Unfallursache aus. Die Fahrerin war in einer leichten Linkskurve mit dem rechten Rad in den Grünstreifen geraten und frontal gegen einen Baum geprallt. In dem für fünf Personen zugelassenen Fahrzeug saßen sechs Menschen. Sie kamen von einer gemeinsamen Wiedersehensfeier.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Im Zuge eines Todesermittlungsverfahrens solle geklärt werden, ob strafrechtlich relevante Umstände zu dem Unfall geführt haben, sagte der stellvertretende leitende Oberstaatsanwalt Sascha Ott am Montag. Dazu hat die Staatsanwaltschaft ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben.

 

Die Unfallverursacherin, eine 20-jährige Niederländerin, ist tot. Die Staatsanwaltschaft will auch prüfen, ob möglicherweise Fremdverschulden - etwa Abdrängen durch ein anderes Fahrzeug - den Unfall ausgelöst haben könnte. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht. Geklärt werden soll auch, ob die Fahrerin aus dem niederländischen Borne Alkohol getrunken oder Drogen genommen habe. Ergebnisse werden den Angaben zufolge in den nächsten Tagen erwartet.

Die Kirchengemeinde Groß Kiesow (Kreis Vorpommern-Greifswald) sowie Angehörige und Freunde wollen am Montagabend Abschied von den Opfern nehmen. Dazu ist eine Gedenkfeier in der evangelischen Kirche des Ortes geplant, wie Pfarrer Andreas Schorlemmer sagte. Man wolle versuchen, das einzufangen, was das Dorf derzeit bewege. Die Einwohner seien geschockt.

Der Unfall ereignete sich am frühen Samstagmorgen nach einer Wiedersehensfeier mit rund 20 Menschen. Die Niederländerin wollte zwei Deutsche nach Hause fahren. Sie, ihr niederländischer Vater (54), ein 49-Jähriger aus der Nähe des Dorfes und ein 25-jähriger Greifswalder kamen ums Leben. Zwei Insassen wurden lebensgefährlich verletzt. Die Tachonadel in dem völlig zerstörten Auto war bei 140 km/h stehengeblieben. An der Unfallstelle wurden viele Blumen und Lichter aufgestellt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen