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Mecklenburg-Vorpommern

25. September 2017 | 06:22 Uhr

Schwerpunkt bleibt Deutschland

vom

Jahrelang galt der Tourismus als die Erfolgsbranche schlechthin in MV. Nun scheint die Wachstumskurve erschöpft. Müssen wir umsteuern, fragte Redakteur Max-Stefan Koslik den Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

svz.de von
erstellt am 25.Nov.2011 | 10:27 Uhr

Schwerin | Herr Minister Glawe, in der Vergangenheit wurde ja im Tourismus quer durch die Bank gefördert Reitwege, Fahrradtourismus, Seebrücken... Worauf konzentrieren Sie sich in der neuen Legislatur?

Glawe: Der Weg war richtig, die Infrastruktur musste neu aufgebaut werden und kann weiter verbessert werden. Jetzt geht es darum, die Saisonverlängerung zu fördern und Angebote zu entwickeln, die überregional und möglichst ganzjährig attraktiv sind. Das fängt beim Fahrradweg an, geht über Veranstaltungen und Erlebnisangebote und hört beim Ferienpark nicht auf. Die Erfahrung des Sommers zeigt, wie wichtig Angebote wie das Ozeaneum, das Müritzeum oder Erlebniswelten sind. In MV fehlt zum Beispiel noch ein großer Freizeitpark. Ein solches Angebot muss nicht jedem gefallen, gehört für mich aber zur Urlaubsinfrastruktur.

Es gibt zunehmend ein Anbindungsproblem im Tourismusland Nr. 1 mit Nadelöhren bei der Rügenanbindung, der Eisenbahn und beim Flugverkehr, was wollen Sie tun?

Die B96n auf Rügen wird eine wichtige Verbesserung der Situation für die Insel bringen. Wer dort im Stau gestanden hat, wird wenig Verständnis für die jahrelangen Verzögerungen bei der Planung und Umsetzung aufbringen. Auch für Fischland-Darß-Zingst muss die Erreichbarkeit verbessert werden. Die Anbindung der Urlaubszentren im Luftverkehr hat sich verbessert, mit dem Bus-Shuttle-Angebot für die Passagiere haben wir die Erwartungen der Urlauber getroffen. MV ist z. B. auch die erste deutsche Destination, die bei TUI als Pauschalangebot gebucht werden kann. Ansonsten muss das Ziel sein, den Andrang auf einen größeren Zeitraum zu verteilen. Hier sind kreative Konzepte und neue Ideen gefragt. Man muss aber auch sagen: In der Hochsaison wird es immer eng.

Heute wird ein neues Marketing-Konzept für den MV-Tourismus vorgestellt, wird das mehr Auslandstouristen ins Land bringen, ein Manko der Kampagne "MV tut gut"?

Wir setzen im touristischen Marketing einen Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum. Die Schweiz und Österreich, aber auch die Niederlande und Skandinavien sind für uns wichtige ,Quellgebiete’. Daneben hat für uns die Werbung neuer Gäste in Süd- Westdeutschland Vorrang. Neu wird die Ansprache mit sogenannten Erlebniswelten, die besonders auf Familien, Aktive und Genießer ausgerichtet ist.

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