Prozess : Schweriner soll acht Jahre in Haft

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Anklage-Forderung für 33-fachen Kindesmissbrauch: Dem Angeklagtem tut es „ganz doll leid“. Das Urteil wird am am Mittwoch erwartet.

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22. April 2015, 21:30 Uhr

Für den schweren sexuellen Missbrauch von zehn Jungs sollte ein Bürokaufmann zu acht Jahren Gefängnis verurteilt werden. Diese Strafe forderte die Staatsanwaltschaft gestern vor dem Schweriner Landgericht für den 24-jährigen Schweriner. Als besonders verwerflich bezeichnete es die Staatsanwältin, dass der Mann seine Opfer gezielt auf einem Spielplatz ansprach, mit ihnen Fußball oder Computer spielte und dann das erschlichene Vertrauen der Kinder in seiner Wohnung missbrauchte.

Der Angeklagte hatte gestanden, sich im 2014 in 33 Fällen an den Jungen im Alter zwischen sechs und 13 Jahren vergangen zu haben. Dabei habe er die schwerwiegenderen Taten an den jüngeren Kindern verübt, weil er wusste, dass diese sich weniger wehren würden, so die Staatsanwältin. Gerade kleine Kinder wüssten oft noch nicht so genau, was mit ihnen geschieht, würden dann aber ein Leben lang an den Folgen leiden. Sie überließ es dem Gericht, ob es für den Täter für die Zeit nach der Haft Sicherheitsverwahrung anordnet. Zwar sei der Mann einschlägig vorbestraft und das Rückfallrisiko sei hoch. Andererseits habe ein Psychiater dem 24-Jährigen bescheinigt, dass ihm eine Therapie davor bewahren könnte, sich wieder an Kindern zu vergehen.

Nach Ansicht der Anwältin Christine Habetha, die als Nebenklägerin die Interessen der Kinder und Eltern vertrat, sollte der Täter für zehn Jahre ins Gefängnis. Er habe sich von drei Bewährungsstrafen seit seinem siebzehnten Lebensjahr nicht abschrecken lassen. Auch sei er „hemmungslos“ ein großes Risiko eingegangen, entdeckt zu werden.

Der Verteidiger räumte ein, der Angeklagte habe schwere Schuld auf sich geladen, was diesem auch bewusst sei. Dennoch müsse berücksichtigt werden, dass er geständig war und mehr Taten einräumte, als die Kinder den Ermittlern berichteten. Der Angeklagte selbst beteuerte, ihm tue es „ganz doll leid, was ich den Kindern und den Familien angetan habe“. Das Gericht wird sein Urteil am kommenden Mittwoch verkünden.

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