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Neue Fahrzeuge : Schweriner Lebensretter rüsten auf

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In der Landeshauptstadt ist von April an nachts ein zweiter Notarztwagen im Einsatz. Die moderne Medizintechnik kommt damit in einen Kleintransporter. Aufgrund des nachgewiesenen Bedarfs zahlen die Kassen.

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2012 | 06:46 Uhr

Schwerin | Gut gerüstet für Notfälle: Die Schweriner Berufsfeuerwehr hat gestern den ersten von zwei neuen Notarztwagen in Betrieb genommen. Erstmals kommt die moderne Medizintechnik damit in einen Kleintransporter. Aufgrund neuer Vorschriften hinsichtlich des Gesamtgewichtes hatten die Pkw nicht mehr ausgereicht. Mit Monitor, Beatmungstechnik, einem Gerät für mechanische Herzdruckmassage oder auch für die Unterkühlung auf 34 Grad Körpertemperatur von erfolgreich reanimierten Patienten - Technik vom Feisten steht den Notärzten zur Verfügung, lobt Jörg Allrich, Leitender Notarzt der Rettungsleitstelle.

Davon profitieren die Schweriner. Und das künftig noch effektiver. Wie Jürgen Rogmann, Leiter des Amtes für Brandschutz und Rettungswesen, informierte, haben die langen Verhandlungen mit den Krankenkassen gefruchtet: Vom 1. April an sind von Freitag bis Sonntag auch nachts zwei Notarztwagen im Einsatz. Derzeit ist es nur einer. Die Verhandlungen mit den Kassen, die die Leistungen der Rettungskräfte bezahlen, würden laut dem zuständigen Dezernenten Dr. Wolfram Friedersdorff intensiv fortgeführt.

Im vergangenen Jahr haben die Lebensretter mehr als 5000 Einsätze gehabt. "Wir verzeichnen einen Anstieg", sagt Jörg Allrich. Er und auch Amtsleiter Jürgen Rogmann bestätigen Berichte unserer Zeitung, dass nicht bei allen Notrufen Lebensgefahr bestand. "Wenn wir aber keinen Transport fahren, zahlt auch nicht die Kasse", gibt der Amtsleiter unumwunden zu. Aber: "Wir haben gegenwärtig auch drei Missbrauchs-Anzeigen in der Bearbeitung."

Dass durch die gestiegene Zahl der Einsätze Kräfte gebunden werden, liegt auf der Hand. Dennoch sehen Allrich und Rogmann die Schweriner auch jetzt nicht gefährdet. "Seitdem ich dabei bin, seit 2004, ist noch kein Patient ums Leben gekommen, weil der Notarztwagen zu spät kam", sagt Allrich. Sollte der Schweriner Notarzt gebunden seien, könne Hilfe angefordert werden, so aus Crivitz.

In Sachen Feuerwehr machte Dezernent Friedersdorff klar, dass der geplante Personalabbau 2012-2014 ausgesetzt würde. Jeder Lebensretter werde gebraucht. Auch wolle er nochmals über eine zweite Feuerwache diskutieren, da jetzt die aktuelle Bilanz über die mehr als 1500 Feuerwehreinsätze des vergangenen Jahres vorliege. Der Brandschutzbedarfsplan schreibt vor, dass ein Brandherd in 13 Minuten erreicht werden muss - und zwar in acht von zehn Fällen. "Wir liegen bei 82 Prozent", sagt Friedersdorff froh. Dennoch: Das beispielsweise das Klinikum in dieser Frist von der Berufsfeuerwehr nicht angefahren werden kann, bestreitet niemand. Laut Frieders dorff "könnte sich das Klinikum aber auch eine eigene Wehr halten".


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