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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 16:11 Uhr

Schweriner Kaffeewerk unter Druck

vom

svz.de von
erstellt am 01.Nov.2013 | 08:23 Uhr

Schwerin | Gerangel auf dem Kaffeemarkt: Mit dem Einstieg ins lukrative Kaffeekapsel-Geschäft macht der Discounter Aldi Süd Mecklenburg-Vorpommerns Großinvestor Nestlé die Kunden für den ab 2014 in Schwerin produzierten Portionskaffee streitig. Der Schweizer Konzern will ab Mai 2014 in Mecklenburg-Vorpommern jährlich zwei Milliarden Kaffeekapseln produzieren und baut dafür derzeit in Schwerin für 220 Millionen Euro das nach eigenen Angaben modernste Kaffeewerk Europas. Die wachsende Zahl der Wettbewerber setzt Nestlé jetzt unter Druck. Tchibo, Mondelez, Rewe, Edeka: Mehr als ein Dutzend Anbieter mit eigenem Portionskaffee ringen um Marktanteile. Vergangenen Mittwoch hatte Aldi mit dem Verkauf eines eigenen Systems begonnen.

Nestlé versucht die neue Konkurrenz herunterzuspielen. Der Einstieg Aldis habe "keine Auswirkungen auf die Produktion in Schwerin", sagte Nestlé-Sprecher Alexander Antonoff gestern in Frankfurt. In MV soll mit Dolce Gusto-Kapseln für ein gänzlich anderes System produziert werden. Neben Nespresso betreibt Nestlé unter der Marke Dolce Gusto ein zweites, günstigeres Kapselsystem. Aldi versucht mit Kampfpreisen die Nestlé-Tochter Nespresso zu attackieren. "Aldi ist nicht der erste Wettbewerber, der Kapseln auf den Markt bringt", meinte Antonoff. Doch mit seiner großen Vertriebsmacht könnte der Discounter einen Massenmarkt erschließen.

Nestlé bleibt gelassen: Die künftig in Schwerin produzierten Kapseln erreichten zweistellige Zuwachsraten, erklärt Antonoff: Auch künftig werde mit einem überproportionalen, zweistelligen Wachstum gerechnet. Der Konzern glaube an das Wachstumspotenzial des neuen Systems mit Portionskaffee, hatte Nestlé-Europachef Laurent Freixe vor eineinhalb Jahren die Investitionsentscheidung für Schwerin begründet - eines der am schnellsten wachsenden Geschäftsfelder des Konzerns in Europa. Der Markt ist verlockend: Der wegen des Verpackungsmülls umstrittene Kapselverkauf sichert hohe Gewinnspannen. Im vergangenen Jahr legte der Verkauf von Portionskaffee um 16 Prozent zu, teilte der Deutsche Kaffeeverband mit.

14 Monate nach Baubeginn sind unterdessen große Teile des neuen Werkes in Schwerin errichtet. Gerade ist mit dem Einbau des Kaffeerösters begonnen worden. Ab Januar sollen weitere Maschinen installiert werden. In den letzten Wochen seien die ersten 25 der 450 neuen Mitarbeiter eingestellt worden, teilte das Unternehmen mit.

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