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Workshop-Projekt : Schweriner jazzt im Baltikum

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Bekannt wurde er Anfang der 80er-Jahre mit der Neue-Deutsche-Welle-Formation "Ideal". In der Zwischenzeit hat sich Ernst Ulrich Deuker vor allem dem Jazz verschrieben. Sein Wissen und Können gibt er gerne weiter.

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erstellt am 06.Mär.2012 | 10:18 Uhr

Schwerin | Bekannt wurde er Anfang der 80er-Jahre mit der Neue-Deutsche-Welle-Formation "Ideal", die auf Tourneen und bei Festivals im In- und Ausland für Furore sorgte. In der Zwischenzeit hat sich Ernst Ulrich Deuker vor allem dem Jazz verschrieben. Sein umfangreiches Wissen und Können gibt der 57-Jährige gerne an junge Leute weiter - als Lehrer an der Schweriner Musik- und Kunstschule "Ataraxia" und neuerdings auch bei Workshops an Partnerschulen im Baltikum.

Einen zweiwöchigen Aufenthalt im litau ischen Klaipeda hat Deuker in diesem Jahr schon hinter sich. Gerade mal 15 und 16 Jahre alt waren die Mitglieder des Jazz-En sembles, das der Schweriner vor Ort unterrichtete. "Die Noten hatte ich vorher schon nach Litauen geschickt, so dass wir uns ganz auf die Improvisation konzentrieren konnten", berichtet Deuker. Begeistert sei er von dem Enthusiasmus der jungen Musiker, die bei den Einzel- und Gruppenstunden großartig mitgemacht hätten.

In diesem Monat wird Deuker zu einem weiteren Workshop in die lettische Hauptstadt Riga fahren. Wieder soll die Improvisation im Vordergrund stehen. Dabei setzt der erfahrene Musiker auf Praxis, weniger auf Theorie. "Das nötige theoretische Wissen lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes spielerisch erlernen", erklärt Deuker. Selbstverständlich werde ihn auch auf die Reise nach Riga sein bevorzugtes Instrument für die Jazz-Improvisation begleiten: die gewaltige Kontrabass-Klarinette.

Auf die Idee, sein Wissen baltischen Musikschülern zu vermitteln, habe ihn seine Frau gebracht, erzählt Deuker. "Meine Frau ist gebürtige Lettin und hat viele Kontakte zu Schulen im Baltikum." Gefördert werde das Workshop-Projekt durch das EU-Programm "Leonardo da Vinci". "Es an der Zeit, die eigenen Erfahrungen nach draußen zu bringen", erklärt der Musiker. Aber das sei nicht das einzige Motiv - es gehe auch und ganz im Sinne des EU-Projekts sogar hauptsächlich, um die eigene pro fessionelle Weiterbildung. "Ich möchte von den baltischen Jazz-Musikern lernen", betont Deuker. Und dazu werde gerade auch in Lettland reichlich Ge legenheit sein: Partner in Riga sei der junge Jazz-Pianist Raimonds Petrauskis, Leiter der Jazz-Abteilung an der dortigen Schule, der sich bereits im gesamten Baltikum einen sehr guten Namen gemacht habe. "Überhaupt", so Deuker, "das Ganze ist ein Anfang. Wir hoffen auf einen beginnenden regen Austausch." So könnten später Ataraxia-Schüler nach Litauen und Lettland reisen und auch umgekehrt Schüler aus dem Baltikum nach Schwerin kommen. "Die Entwicklung einer echten, langfristigen Partnerschaft ist unser Ziel."

Seit Mitte der 90er-Jahre ist Deuker bei "Ataraxia" in der Arsenalstraße tätig. Neben seinem Improvisationskurs, jeden Mittwoch von 18.45 Uhr, unterrichtet er E-Bass und Gitarre. In den 90er-Jahren auch kam der gebürtige Trierer von Berlin nach Mecklenburg und studierte Mathematik. In Schwerin und bei "Ataraxia" fühlt er sich wohl: "Mir gefällt der spartenübergreifende Ansatz der Musik- und Kunstschule."

Innerhalb des Improvisationskurses bei "Ataraxia" entstand die Formation "Sessionnoisses", mit der Deuker regelmäßig Konzerte im "Grünen Flamingo" in der Lübcker Straße 42 gibt. Dort haben die - meist sehr jungen - Jazzmusiker die Gelegenheit, das Erlernte einem interessierten Publikum vorzustellen. Deuker, der auch mit Theo Jörgensmann im "Deep Down Clarinet Duo" auftritt, fördert aber nicht nur aufstrebende Jazz-Musiker. Mit Rat und Tat steht er ebenfalls einer jungen Funk-Band zur Seite.


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