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Metropolregion erweitert : Schwerin und Altkreis Parchim rücken näher an Hamburg

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Die Metropolregion Hamburg reicht nun bis an die Mecklenburgische Seenplatte. Bei einem Festakt im Hamburger Rathaus wurden Schwerin und der Altkreis Parchim aufgenommen. Die Hamburger CDU sieht vor allem ein „SPD-Klassentreffen“ mit großer „Symbolik für das Poesiealbum“.

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erstellt am 27.Feb.2017 | 13:39 Uhr

Die Metropolregion Hamburg ist wieder ein Stück größer. Bei einem Festakt im Hamburger Rathaus nahmen die Regierungschefs von Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern am Montag offiziell die Landeshauptstadt Schwerin und den Altkreis Parchim in das Bündnis auf. Ebenfalls zum 1. März treten zehn Kammern, der Unternehmensverband Nord und der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB) bei. Damit besteht die Metropolregion aus 20 kommunalen und vier staatlichen Trägern.„Die Metropolregion Hamburg reicht nun bis an die Mecklenburgischen Seenplatte heran“, sagte Hamburg Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). In den rund 1000 Orten leben etwa 5,3 Millionen Menschen. Das entspreche der Bevölkerung von Norwegen. Die Wirtschaftsleistung liegt nach Angaben der Metropolregion bei rund 196 Milliarden Euro.„Viel hängt daran, dass wir beim technologischen Wandel als Erste mit dabei sind“, mahnte Scholz etwa mit Blick auf das Maritime Cluster Norddeutschland oder auf die Norddeutsche Energiewende NEW 4.0..„Aber es kommt auch darauf an, dass alle Unternehmen die Digitalisierung und Vernetzung ihrer Abläufe jetzt in Angriff nehmen.“ Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sprach von einer großen Chance für die wirtschaftliche Entwicklung.

Unter Hinweis auf den Bundesverkehrswegeplan 2030, der zahlreiche für den Norden wichtige Infrastrukturprojekte enthalte, betonte er: „Das zeigt, dass sich eine enge Zusammenarbeit im Norden gegenüber dem Bund für die Region auszahlt.“ Viele Schleswig-Holsteiner und Hamburger empfänden sich längst als Teil der Region und nicht allein als Bewohner eines Bundeslandes, sagte Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig (SPD). „Das ist eine viel modernere Übersetzung der Idee vom Nordstaat, die es im letzten Jahrhundert mal gab.“ Nun komme es darauf an, etwa den Nahverkehr und die Schulen besser zu synchronisieren. Erneut machte sich Albig für den Bau der festen Fehmarnbelt-Querung stark.

Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) zeigte sich überzeugt, dass die Integration von Wirtschaft und Sozialpartnern eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Trägern ermögliche. „Die neuen Partner können mit neuen Projekten Impulse für Innovationen geben.“ In einer Mitte Januar vorgelegten Analyse der Handelskammer Hamburg liegt die Metropolregion Hamburg im Vergleich zu sechs anderen Regionen beim Inlandsprodukt je Erwerbstätigen jedoch an vorletzter Position. Gleiches gelte bei der Dynamik des Wachstums. Auch sei Hamburg unter den deutschen Metropolregionen am dünnsten besiedelt und leide unter komplexen Entscheidungsstrukturen.

Für den CDU-Oppositionsführer in der Hamburgischen Bürgerschaft, André Trepoll, war das „SPD-Klassentreffen mit vier Ministerpräsidenten“ im Rathaus nur „große Symbolik für das Poesiealbum“. Es fehlten Projekte, auch müsse Mecklenburg-Vorpommern in die Baustellenkoordination mit einbezogen werden. „Ein Marketingkonzept für die Metropolregion ist nicht erkennbar, sieht man von der Selbstinszenierung der SPD-Größen im Norden ab.“

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