zur Navigation springen

Dreenkrögen/Grabow : Schweres Glück mit 6540 Gramm

vom

„Deutschlands schwerstes Baby geboren" hieß es in den Schlagzeilen der vergangenen Woche. Doch das schwerste Baby stammt nicht aus Berlin, sondern wurde 2002 in Ludwigslust geboren.

svz.de von
erstellt am 30.Nov.2011 | 07:07 Uhr

Dreenkrögen/Grabow | "Deutschlands schwerstes Baby geboren" hieß es in den Schlagzeilen vieler überregionaler Zeitungen und TV-Anstalten in der vergangenen Woche. Der Chefarzt der Charité Berlin war sich sicher, dass in Deutschland noch nie so ein so schweres Kind ohne Operation geboren wurde.

Daraufhin meldeten sich zwei Leserinnen bei der Ludwigsluster SVZ-Redaktion, die dieser Äußerung widersprachen. Eine davon ist Evelyn Wunsch aus Dreenkrögen. Ihre Tochter Nadine wurde am 25. März 2002 mit einem Gewicht von 6540 Gramm im Stift Bethlehem in Ludwigslust geboren. "Die Geburt war schwierig. Die Ärzte wussten nicht, wie schwer meine Tochter wird; als dann die Geburt einsetzte, war es für einen Kaiserschnitt zu spät", so schildert die Mutter die Vorgänge, die zur natürlichen Geburt führten. Sie habe damit absolut nicht gerechnet, da ihr ihre Ärztin noch drei Tage vor dem Termin erklärt hatte, dass ihr Kind eher zu leicht sein werde. Nach der Geburt sei Nadine dann auch gleich mit dem Hubschrauber nach Schwerin gebracht worden.

Als die Mutter nun von dem vermeintlichen Rekordbaby erfuhr, habe sie diese Aussage nach eigenen Angaben schon "etwas gewurmt". Sie habe sich vor Jahren bereits schon einmal an einen privaten Fernsehsender gewandt, der auch ein Rekordbaby" vermeldet hatte. Dort habe man es ihr nicht geglaubt und die TV-Mächtigen wollten es auch von ihr nicht genauer wissen.

Oft ist damals nach dem Geburtsgewicht von Nadine verdutzt nachgefragt worden, beispielsweise bei amtlichen Stellen. Auch wenn Evelyn Wunsch sich im Verlauf der Geburt über Stunden abkämpfen musste und "für beide die Geburt kompliziert war", bekam die Mutter zwei Jahre später ihren Wunschsohn Erik. Er wog ebenfalls stolze 5940 Gramm.

Wie die langjährige Hebamme des Stifts Bethlehem, Elfriede Rieckhof, sich noch erinnern konnte, "war Nadine das schwerste Kind, das wir in unserem Haus je hatten und von dem ich deutschlandweit gehört habe."

Auch Hein Otto Karl Westphal wog bei seiner Geburt am 12. Januar 1935 in Prislich 6100 Gramm, berichtet dessen Ehefrau. Nach Angaben von Nelly Westphal haben sowohl die Hebamme, die half, ihren Mann in Prislich in einer sechsstündigen Hausgeburt zur Welt zu bringen, als auch der damals zuständige Arzt diese Geburtsangaben bestätigt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen