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Rostock : Schwerer Gang auf die „Gorch Fock“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gericht untersucht Todesfall der Kadettin Jenny Böken bei einem Ortstermin / Eltern ergriffen

Sechs Jahre nach dem Tod der „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken hat sich ein Gericht einen Eindruck von ihrem Arbeitsplatz auf Deck verschafft. Die Kammer habe vor allem den vorderen Teil des Segelschulschiffes in den Blick genommen, teilte das Verwaltungsgericht Aachen gestern nach dem Termin mit. Die Eltern schienen bewegt und ergriffen. Sie hätten aber keine Klarheit über die Todesumstände ihrer Tochter bekommen, stellten sie fest. „Das Gericht hat sich sehr ausführlich mit dem Postenausguck beschäftigt“, sagte der Anwalt der Eltern, Rainer Dietz. Die Eltern werfen dem früheren Kommandanten vor, dass ihre Tochter vorne auf dem Postenausguck des Schiffes bei schwerer See und 15 Grad Wassertemperatur keine Schwimmweste getragen hatte und ungesichert war. Die Höhe der Reling sei gemessen worden, sagte Dietz und betonte die gute Vorbereitung des Gerichts. Die mündliche Verhandlung in Aachen ist am 22. Oktober geplant.

Fregattenkapitän Nils Brandt, der Kommandant der „Gorch Fock“, und der Beauftragte für Havarieuntersuchungen der Marine, Michael Brühn, gaben nach Angaben des Gerichts Auskunft zu Detailfragen.

Das Verwaltungsgericht Aachen prüft, ob bei der Dienstausübung für die 18-Jährige aus Geilenkirchen auf dem Segelschulschiff der deutschen Marine eine besondere Lebensgefahr bestand.

Der Vater der Kadettin äußerte sich nach dem Termin beeindruckt: „Ich habe gedacht, dass ich nicht da vorne stehen möchte.“ Die Reling sei 75 Zentimeter hoch, man könne leicht über die Taue stolpern. Die Eltern werfen der Staatsanwaltschaft Kiel ungenügende Ermittlungen vor. Aus Sicht der Eltern gibt es viele Ungereimtheiten und Widersprüche.


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