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JVA Neubrandenburg schliesst : „Schwere Jungs“ landen wieder in Bützow

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Zahl der Gefangenen im Nordosten ist von 1600 im Jahr 2003 auf jetzt rund 1100 gesunken.

Wegen der seit Jahren sinkenden Kriminalität schließt Mecklenburg-Vorpommern eine weiteres Gefängnis. Bis Ende 2018 wird die Justizvollzugsanstalt Neubrandenburg aufgelöst, damit die anderen vier Haftanstalten in Rostock/Waldeck, Bützow, Stralsund und Neustrelitz besser ausgelastet werden, wie Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) gestern in Neubrandenburg sagte. Von den 91 Mitarbeitern, die die Schließung lange erwartet hatten, soll niemand entlassen werden. „Wir brauchen im Justizvollzug jede Kraft“, sagte Hoffmeister. Es würden Versetzungen angeboten. Die Neuorganisation hatte die SPD-CDU-Koalition angesichts sinkender Häftlingszahlen nach der Landtagswahl 2016 vereinbart.

Die Zahl der Gefangenen im Nordosten ist von 1600 im Jahr 2003 auf jetzt rund 1100 gesunken. „Damit stehen rund 400 Haftplätze leer“, sagte Hoffmeister. Mit der Neuorganisation sollen auch die Einrichtungen zur Resozialisierung, wie die Ausbildung in Neustrelitz oder die Sozialtherapie in Rostock/Waldeck, besser ausgelastet werden.

Das Konzept sieht außerdem vor, dass die Straftäter mit langen und lebenslänglichen Haftstrafen wieder von Waldeck nach Bützow verlegt werden, da dort der Umbau weitgehend abgeschlossen sei. Bützow ist mit 490 Plätzen das größte Gefängnis, dann folgen Rostock/Waldeck mit 383, die Jugendanstalt Neustrelitz mit 282 und Stralsund mit 195 Plätzen.

In Neustrelitz, wo die Jugendanstalt lange nur zur Hälfte ausgelastet war, sollen in einem Hafthaus junge erwachsene Straftäter von 25 bis 30 Jahren untergebracht werden, die zum ersten Mal eine Freiheitsstrafe verbüßen. Hintergrund des Rückgangs ist, dass es entgegen früheren Prognosen kaum noch jugendliche Straftäter zwischen 14 und 18 Jahren mit Haftstrafen gibt, sagte Jesse, Abteilungsleiter Strafvollzug. In MV und auch bundesweit mache die Altersgruppe nur zehn Prozent der Straftäter aus.

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