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Kleine Meeressäuger werden immer öfter gesichtet : Schweinswale erobern den Bodden

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Vor Sassnitz, Binz, Thiessow und sogar im Strelasund unmittelbar vor der Volkswerft Stralsund: An der Küste sind in diesem Jahr so häufig Schweinswale beobachtet worden wie nie zuvor.

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erstellt am 30.Okt.2012 | 11:49 Uhr

Vilm | Im Seegebiet vor Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Jahr so häufig Schweinswale wie noch nie zuvor beobachtet worden. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) häuften sich die Sichtungsmeldungen bereits seit zwei Jahren. Unter anderem seien in diesem Sommer vor Sassnitz, Binz, Thiessow und im Strelasund unmittelbar vor der Volkswerft Stralsund Schweinswale gesehen worden, sagte BfN-Meeresbiologe Henning von Nordheim. Als "kleine Sensation" wertete der Wissenschaftler die erstmalige Sichtung von zwei Schweinswalen im Juli vor der Insel Vilm mitten im Greifswalder Bodden. Am selben Tag hatten Wassersportler vor Binz vier Tiere fotografiert. Die Beobachtungen bedeuteten aber nicht, dass sich die gefährdeten Schweinswal-Populationen erholt hätten, stellt von Nordheim klar. Es zeige sich vielmehr, dass die Menschen für das Thema stärker sensibilisiert seien und Sichtungen sofort meldeten.

Die vermehrten Sichtungen bestätigten die Annahme der Forscher, dass die Meeressäuger schon immer regelmäßig in den deutschen Küstengewässern präsent seien. Zugleich würden Aufzeichnungen von Unterwasserdetektoren untermauert, die das Meeresmuseum und das Bundesamt seit 2002 vor der deutschen Küste an Forschungsbojen installieren ließ. Aussagen von Fischern, die angeblich noch nie Schweinswale in deutschen Küstengewässern gesehen haben wollen, würden damit relativiert, sagte von Nordheim.

Die Überwachung der Ostsee-Schweinswale wurde ausgedehnt. Ein von der EU geförderter Forschungsverbund habe 305 "Pods" vor den Küsten aller Ostseeanrainer installiert, sagte der deutsche Projektkoordinator Jens Koblitz. Die Echo-Ortungssignale der bis zu 1,80 Meter großen Kleinwale sollen mit Unterwassermikrophonen bis Ende 2013 erfasst und ausgewertet werden. "Wir hoffen, damit erstmals genauere Daten über Bestand und die Wanderungen der Schweinswale in der gesamten Ostsee zu erhalten", sagte der Walforscher Harald Benke, Direktor des Meeresmuseums Stralsund. Es sei erfreulich, dass dem Schutz der Ostsee-Schweinswale inzwischen auch bei der Planung von Offshore-Windparks Aufmerksamkeit eingeräumt werde, so Benke. So würden Technologien getestet, um schmerzhafte Unterwassergeräusche beim Rammen der Fundamente zu minimieren.

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