zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 04:27 Uhr

Schweinswale entdecken die gesamte Ostsee

vom

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2013 | 06:19 Uhr

Stralsund/Setubal | Zum ersten Mal ist der Schweinswal fast in der gesamten Ostsee nachgewiesen worden. Dabei handelt es sich aber nur um eine relativ kleine Anzahl der bedrohten Tiere. Zu diesen Erkenntnissen kamen Wissenschaftler aus allen an die Ostsee grenzenden EU-Ländern auf der 27. Jahreskonferenz der Europäischen Walforscher in Setubal (Portugal). Vorausgegangen war eine fast zweijährige intensive Forschungs- und Messtätigkeit, wie das Deutsche Meeresmuseum Stralsund am Wochenende mitteilte.

"Erstmals liegen exakte wissenschaftliche Daten vor. Die Existenz und damit die Schutzbedürfnisse von Schweinswalen angesichts vielfältiger menschlichen Nutzung der Ostsee kann jetzt niemand mehr in Zweifel ziehen", sagte Harald Benke, Direktor des Deutschen Meeresmuseums. "Mit unseren Erkenntnissen können wir konstruktive Vorschläge unterbreiten. Der lärmintensive Bau von Windparks kann zum Beispiel in Jahreszeiten erfolgen, in denen nachweislich wenige Tiere vor Ort sind", erklärte der Walforscher.

Im Rahmen eines vom Bundesamt für Naturschutz geförderten und in Deutschland beim Meeresmuseum Stralsund angesiedelten EU-finanzierten Projektes sei seit Mai 2011 ein Netz von 300 Messstationen in der Ostsee aufgebaut und die Daten ausgewertet worden. Mit diesem akustischen Monitoring wurden Dichte, Häufigkeit und Verteilung der Schweinswalpopulation ermittelt. Zur genauen Zahl der Meeressäuger wollen sich die Wissenschaftler noch nicht äußern. Bisherige Annahmen gingen von weniger als tausend Tieren in der Ostsee aus.

Die Messgeräte orteten die Tiere am häufigsten in der südlichen Ostsee. Auch in den flacheren Gewässern südlich von Gotland registrierten die Forscher viele Tiere. Der nördlichste Nachweis stammt aus finnischen Gewässern.

Nachdem Schweinswale jetzt für fast alle Gebiete der Ostsee nachgewiesen worden sind, sollen in den kommenden zwei Jahren detaillierte Verbreitungs karten erstellt, die Bestandsgröße geschätzt sowie mögliche Auswirkungen menschlichen Handels und anderer Einflussfaktoren auf den Lebensraum beurteilt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen