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Wildschwein in Warlitz : Schwarzkittel bedroht Jäger

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In Warlitz musste ein Wildschwein geschossen werden, um Gefahr für Bevölkerung abzuwenden

von
erstellt am 11.Feb.2015 | 07:49 Uhr

Wilde Aufregung herrschte im wahrsten Sinne des Wortes am Montag Mittag in dem Dörfchen Warlitz. Ein ausgewachsenes Wildschwein hatte den Ort heimgesucht. Wahrscheinlich hatte es gehofft, Fressbares im Abfall zu finden.

Eine besorgte wie verängstigte Anwohnerin hatte daraufhin die Polizei verständigt, dass sich auf dem Gehöft ihrer Nachbarin ein Schwarzkittel aufhalte. Ein Jäger aus dem Ort soll daraufhin versucht haben, den Waldbewohner in sein angestammtes Revier zurückzuscheuchen. Was wohl auch anfänglich gelang. Doch das Wildschwein muss es sich dann wohl doch wieder anders überlegt haben, kehrte zurück und griff schließlich den Grünrock an. Der erschoss daraufhin notgedrungen das wütende Tier.

Nur ausnahmsweise dürfen Jäger innerhalb von befriedeten Bezirken, so der Fachjargon, der eigentlich Wohngebiete meint, zur Waffe greifen. Das jedenfalls erklärt gestern Axel Paul, Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim, auf Nachfrage.

„Der Waidmann hat das Wildschwein zur Gefahrenabwehr erlegt. Er muss es sogar tun, wenn eine Hintergrundgefährdung ausgeschlossen werden kann. Wir hätten ohnehin als zuständige Behörde eine Abschussgenehmigung erteilt“, betont Paul weiter. Und spricht von einem momentanen Phänomen. „Wir haben hierzulande zwar noch keine invasionsähnlichen Zustände wie in Rostock, auf Usedom oder Berlin, aber die Tiere suchen immer häufiger die Nähe des Menschen.“

In Lübtheen habe in der letzten Woche ebenfalls ein Wildschwein abgeschossen werden müssen. „Es hatte sich im Bereich einer Bushaltestelle herumgetrieben. Dort, wo Schulkinder Ein- und Aussteigen. In Gößlow ist ähnliches passiert. Auch hier war plötzlich ein wildes Schwein aufgetaucht. Es konnte auf einen Acker verscheucht werden, und wurde dort fachmännisch erlegt.“

Ein richtig ausgewachsenes Wildschwein kann übrigens eine Länge bis 1,80 Meter, eine Schulterhöhe bis 1,15 Meter und ein Gewicht bis 350 Kilogramm erreichen. Die Tiere sind Allesfresser.

Für die Landwirte ist das Schwarzwild ohnehin längst zur Plage geworden. Fühlen sie sich doch in den riesigen Mais- und Rapsfeldern, die in Deutschland zur Befeuerung der Energiewende und zur Substitution von Erdöl in den Tanks entstanden sind, längst sauwohl. In diesem unübersichtlichen Dickicht gelingt es nur schwer, sie zu bejagen. Umso mehr von ihnen gibt es deshalb in allen Bundesländern, und umso näher kommen sie den Straßen und der Zivilisation.

„Wildschweine sind ohne Zweifel in den letzten Jahren zu einem großen Problem für die Landwirtschaft geworden. Ihre Bestände sind enorm angewachsen“, bestätigt Harald Elgeti als Geschäftsführer des regionalen Bauernverbandes.

 

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