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Kontrolleur attackiert : Schwarzfahrer schlug mit Flasche zu

vom

Zwei mutmaßliche Schwarzfahrer haben am Mittwochabend einen Fahrschein-Kontrolleur in Schwerin niedergeschlagen. Nach Angaben der Polizei sollten die beiden Tatverdächtigen in einer Straßenbahn kontrolliert werden.

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2012 | 10:16 Uhr

Altstadt | Schockierende Tat am Mittwochabend auf dem Marienplatz: Ein Fahrschein-Kontrolleur ist von zwei mutmaßlichen Schwarzfahrern krankenhausreif geschlagen worden. Wie die Polizei gestern mitteilte, sollten die 28 und 22 Jahre alten Tatverdächtigen in einer Straßenbahn der Linie 2 überprüft werden, hätten jedoch die Flucht ergriffen. "Da die Kontrolleure davon ausgingen, dass sich die Männer wegen nicht vorhandener Fahrausweise der Kontrolle entziehen wollten, folgten sie ihnen auf den Marienplatz", so Polizeisprecherin Madlen Fafczynski. "Im anschließenden Gerangel schlug plötzlich einer der Männer einem 40-jährigen Kontrolleur eine Glasflasche gegen den Kopf. Es kam zu einer Auseinander setzung, bei der der bereits Verletzte nochmals mit dem Kopf auf den Boden stieß." Der 40-Jährige sei mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus eingeliefert worden. "Unsere Beamten haben die alkoholisierten Tatverdächtigen noch auf dem Marienplatz festge nommen. Beide Männer müssen sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten", sagte die Polizeisprecherin.

Dem verletzten Fahrschein-Kon trolleur gehe es den Umständen entsprechend gut, berichtete gestern Thoma s Schlüter von der Firma Ge genbauer Property Services, die die Kontrollen in den Bahnen und Bussen im Auftrag des Schweriner Nahverkehrs durchführt. Der 40-Jäh rige habe das Krankenhaus verlassen können. Nach Angaben von Schlüter sind die Fahrschein-Kon trolleure bei ihrer Arbeit immer wieder Beschimpfungen ausgesetzt, regelmäßig komme es auch zu körperlichen Übergriffen. "Eine Verlet zung durch eine Glasflasche, eine Tat eines solchen Ausmaßes hat es bislang noch nicht gegeben ", so Schlüter. In Schulung s ge sprächen würden die Kontrolleure auf gefährliche Situationen vorbereitet und auch zu ihrem Schutz zu deeskalierendem Verhalten ange halten.

Fassungslos zeigte sich gestern auch Nahverkehrs-Chef Norbert Klatt. "Die Aggressivität steigt", schilderte er. Das Geschehen auf dem Marienplatz am Mittwochabend stellte Klatt so dar: Aus Richtung Lankow sei die betreffende Bahn ge kommen - mit den Kontrol leuren an Bord. "Am Marienplatz sind alle Kontrolleure ausgestiegen", so der Geschäftsführer. Die Tatver dächtigen seien am Platz zugestiegen, hätten jedoch nach Beobachtung des Straßenbahn-Fahrers keinen Fahrschein entwertet. "Da rauf hin hat der Fahrer die Kontrolleure noch einmal in die schon abfahrbereite Bahn ge rufen." Eine Tür sei für die Überprüfung geöffnet worden. "Durch diese Tür sind die Männer geflüchtet, als sie die Kontrolleure ein steigen sahen." Vor der Straßenbahn sei dann der 40-jährige Kontrolleur niedergeschlagen worden.

Jeden Monat würden rund 700 Schwarzfahrer auf den Linien des Nahverkehrs ertappt, erklärte Klatt. Der Nahverkehr werde deshalb auch künftig an den Kontrollen in seinen Fahrzeugen festhalten - und trifft damit bei der Mehrheit der Kunden auf Verständnis, wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab. Bestürzt reagierten die Befragten auf die Tat vom Mittwochabend. "Es gibt so viel Gewalt in der Stadt. Die Hemmschwelle sinkt immer mehr", klagte ein Ehepaar, das anonym bleiben will.

Laut Polizeisprecherin Fafczynski sind die beiden Tatverdächtigen vom Marienplatz bereits polizeibekannt.

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