zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 00:48 Uhr

Schwarze Liste

vom

svz.de von
erstellt am 26.Sep.2007 | 08:39 Uhr

Von einer Bananenrepublik ist Deutschland weit entfernt. Die Korruptionsindizes von Transparency International zeigen es Jahr für Jahr: Deutschland steht relativ gut da, hat aber noch Raum für Verbesserungen. Das betrifft die Bestechlichkeit von Amts- und Mandatsträgern ebenso wie die schmutzigen Geschäfte mancher deutschen Firma im Ausland. Die rücken immer stärker in den Mittelpunkt: Sahen bisher laut Umfragen rund 80 Prozent der Bürger Korruption vor allem als Problem der Parteienfinanzierung an, dürfte sich dieses Bild wandeln - dank spektakulärer Fälle wie dem Siemens-Skandal um Milliarden-Schmiergelder oder der VW-Affäre um bestochene Betriebsräte. Dass dahinter über Jahre gewachsene Systeme standen, ist ein Indiz dafür, dass es nicht nur um Einzelfälle geht. In China oder Somalia, selbst in Italien oder Griechenland wird fest damit gerechnet - doch auch in Deutschland muss davon ausgegangen werden, dass Bestechung so selten nicht ist.
Kurz: Es gibt Verbesserungsbedarf. Die Forderung nach einem Zentralregister korrupter Firmen, die von öffentlichen Aufträgen auszuschließen sind, ist daher richtig. Bisher werden nur einzelne Täter bestraft, der Nährboden aber, der Korruption systematisch zum Blühen bringt, bleibt erhalten. Eine schwarze Liste könnte das ändern. Sie setzt Firmen unter Druck, ein solches Umfeld gar nicht erst entstehen zu lassen, wollen sie auch von öffentlichen Aufträgen weiter profitieren. Zunächst gilt es, rechtliche Probleme auszuräumen. Saubere Kriterien müssen her, wann eine Firma ins Register aufgenommen wird - das wird nicht einfach. Doch der schwierige Weg lohnt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen