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Illegale Geldtransaktionen : Schwarze Kassen: 414 Verfahren in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Staatsanwaltschaften ermitteln wegen Geldwäsche und Schwarzgeld

von
erstellt am 22.Okt.2015 | 07:45 Uhr

Schwarze Kassen werden aktuell nicht nur beim Deutschen Fußballbund (DFB) diskutiert, in Mecklenburg-Vorpommern steigt die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen illegaler Geldtransaktionen seit 2012 rapide an. 414 Verfahren leiteten die Staatsanwaltschaften des Landes im vergangenen Jahr wegen Geldwäsche und Schwarzgeld ein. Im Jahre 2012 waren es noch 269 Verfahren, wie aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervorgeht.

„Im vergangenen Jahr hatten wir allein im Bereich Geldwäsche 280 Verdachtsmeldungen“, sagte Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA). Daraus ergaben sich 220 Ermittlungsverfahren. Etwa die gleiche Anzahl von Fällen wurde im Bereich Schwarzgeld registriert.

Als Geldwäsche wird die illegale Einschleusung kriminell erworbenen Geldes – etwa durch Schutzgelderpressungen oder Drogengeschäften – in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf bezeichnet. Schwarzgeld ist dagegen eine zumeist steuerpflichtige, aber unversteuerte Einnahme oder dient der Korruption.

An Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste sollen in den 90er-Jahren und danach mehrstellige Millionenbeträge mit dem Kauf von Hotels, Ferienwohnungen und Gaststätten gewaschen worden sein . Der wohl spektakulärste Fall: Gerardo Russo aus dem italienischen Francavilla Fontana, der in der Rostocker Immobilien- und Baubranche tätig war. Der Geschäftsmann wurde im Dezember 1995 in einem Rostocker Lokal von einem Auftragsmörder erschossen. Nach späteren Informationen aus dem LKA sollte der Italiener im Auftrag der Mafia-Organisation Sacra Corona Unita viel Geld in Rostocker Immobilien anlegen, das er aber veruntreute.

Kein Einzelfall. „Der Landesregierung ist bekannt, dass Gefahren für Geldwäschehandlungen in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel mit dem Erwerb hochpreisiger Immobilien in herausragenden Lagen bestehen“, heißt es in der aktuellen Antwort auf die Kleine Anfrage. Den Anstieg der Zahl der Ermittlungsverfahren wegen illegaler Geldtransaktionen seit 2012 erklärt Schuldt damit, dass die Kontrollmechanismen in den letzten Jahren verschärft wurden.

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