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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 19:49 Uhr

Mathe 4 : Schwache Abiturienten in MV?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Schüler kommen in den Prüfungen nicht über sechs Punkte hinaus

Viele Abiturienten in Mecklenburg-Vorpommern glänzen nicht gerade in ihren schriftlichen Abschlussprüfungen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Danach kommen Schüler, die in der Mathematik-Prüfung Aufgaben des Grundniveaus wählen, seit Jahren im Landesdurchschnitt kaum über sechs von 15 möglichen Punkten hinaus. „Das entspricht der Note vier“, so die Bildungspolitikerin der Linken, Simone Oldenburg.

Leistungsstärkere Schüler, die Aufgaben mit erhöhtem Anforderungsniveau wählen, schneiden demnach besser ab, bleiben aber laut Oldenburg im Schnitt auch unter zehn Punkten. Die Politikerin zeigte sich entsetzt über dieses Leistungsniveau. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) erklärte die schwachen Leistungen bei den Prüfungen auf grundlegendem Niveau folgendermaßen: „Je mehr Jugendliche eines Jahrgangs das Abitur machen, desto größer wird der Anteil weniger leistungsstarker Schüler unter ihnen.“ Das lasse sich bundesweit beobachten.

So hat Bayern eine der niedrigsten Abiturientenquoten in ganz Deutschland. In Hamburg legt der größte Anteil eines Jahrgangs die Hochschulreife ab. Das Leistungsniveau dort zählt Studien zufolge zu den niedrigsten. Für MV stellte der Minister klar: „Einfachere Abitur-Klausuren wird es nicht geben.“ Das Abitur sei die Voraussetzung zum Studieren und da müssten bestimmte Fähigkeiten vorhanden sein. Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob die Abiturientenquote noch weiter in die Höhe getrieben werden kann und sollte.

In MV legen derzeit fast 38 Prozent eines Jahrgangs die Hochschul- oder Fachhochschulreife ab. Nach Brodkorbs Ansicht besteht die Gefahr, dass eine weitere Erhöhung auf Kosten der Qualität geht. Oldenburg sieht die Ursache für die schwachen Abiturleistungen in Mathematik in einer Reform der gymnasialen Oberstufe im Jahr 2008. Damals wurden in MV die Grund- und Leistungskurse abgeschafft. Heute erhielten alle Schüler der Oberstufe unabhängig vom Leistungsniveau denselben Mathematik-Unterricht.

Förderunterricht für die besonders Leistungsfähigen, die später Mathe oder Physik studieren wollen, sei nicht vorgesehen.

Bis zu zehn Prozent der Schüler wiederholen eine Klasse in der gymnasialen Oberstufe, und auch die Zahl der Schüler, die das Gymnasium ohne Abitur verlassen, sei mit mehr als zehn Prozent besorgniserregend hoch. „Man hat damals mit der Reform Stunden und damit Geld eingespart“, so Oldenburg. Das gehe zulasten der Abiturienten. Auch in Deutsch und Englisch entspreche der Durchschnitt in den Abschlussprüfungen nur Note drei. Laut Brodkorb müsse man sich tatsächlich anschauen, ob die Reform von 2008 erfolgreich war. Eine Arbeitsgruppe soll die Strukturen an den Gymnasien überprüfen, kündigte der Minister an.

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