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Kooperation gekündigt : Schwaaner SV bezichtigt Empor der "Ignoranz"

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Der Schwaaner SV kündigt seinen Kooperationsvertrag mit dem HC Empor Rostock. Dieser sah vor, dass sich beide Vereine gegenseitig mit talentierten Handballern austauschen, doch daran hielten sich nur die Bekestädter.

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2012 | 01:14 Uhr

Schwaan | Schluss, Aus, vorbei. Der Schwaaner SV kündigt seinen Kooperationsvertrag mit dem HC Empor Rostock. Dieser sah vor, dass sich beide Vereine gegenseitig mit talentierten Handballern austauschen, doch daran hielten sich nach Ansicht des SSV nur die Bekestädter, die bereits mehr als 20 Kinder und Jugendliche an die Rostocker abstellten, von den Hansestädtern sei dagegen keine Hilfe geleistet worden. Eine Besserung sei nicht in Sicht. Der Verein ziehe deshalb einen Schlussstrich. "Uns wurde mitgeteilt, dass wir auch in Zukunft nicht auf Unterstützung zählen können. Stattdessen wollen die Rostocker ihre zweite Mannschaft mit Spielern aus der eigenen Jugend stärken und den Aufstieg anstreben", sagt Jürgen Höwt, Abteilungsleiter des Schwaaner SV. Das kam bei den Schwaaner Verantwortlichen natürlich nicht gut an, die hofften, mit talentierten Nachwuchsakteuren ihre Männermannschaft zu verstärken und sich in der MV-Liga zu etablieren.

Der HC Empor Rostock lässt die Kritik aber nicht auf sich sitzen und hält dagegen. "Ein Großteil des aktuellen Schwaaner Kaders besteht aus ehemaligen Spielern unseres Vereins, deshalb können wir die Kündigung des Kooperationsvertrages nicht nachvollziehen", sagt Jens Gienapp, Vorstandsvorsitzender des HC Empor Rostock. Gleichzeitig bedauere er die Entscheidung des Schwaaner SV, wolle deshalb noch einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen des SSV suchen, um die Probleme zu klären.

Jürgen Höwt signalisiert Bereitschaft. "Wir haben immer ein offenes Ohr", sagt der Abteilungsleiter. Er wolle klare Fronten schaffen und die Situation aus seiner Sicht schildern. Alle bisherigen Annäherungsversuche mit den Rostockern seien gescheitert. Auch deshalb suchte der Schwaaner SV nun den Weg über die Öffentlichkeit, den die Rostocker gerne vermieden hätten. "Wir hätten das lieber auf eine andere Art und Weise geklärt", sagt Jens Gienapp. Doch die Bitten der zurückliegenden Jahre, die Männermannschaft des SSV, das Aushängeschild des Vereins, personell zu unterstützen, wurden vom HC Empor mit Ignoranz bedacht. "Alle angestrebten Gespräche wurden von den Verantwortlichen entweder gar nicht wahrgenommen oder mit unverbindlichen Äußerungen beendet", heißt es in einer Mitteilung des Vorstandes vom Schwaaner SV. Der Verein habe stattdessen den Eindruck, dass der HC Empor seine Nachwuchsspieler eher in die zweite oder dritte Mannschaft ohne Konzept beordert, als den Kooperationspartner von der Beke zu stärken.

Dass im aktuellen Kader der Schwaaner viele ehemalige Akteure des HC Empor spielen, erklärt Jürgen Höwt so: "Spieler wie Bernt Kratkey oder Steffen Strube sind nach ihrer Zeit in den Jugendmannschaften des HC Empor freiwillig zurückgekehrt, weil sie von den Rostockern teilweise im Stich gelassen wurden. Andere haben wir alleine geholt."

Beim HC Empor stößt die Aussage auf Unverständnis. "Wir bilden die talentierten Spieler mit unserem hochwertigen Trainerpotenzial aus. Die, die den Sprung in den Leistungsbereich nicht schaffen, wollen wir auch abgeben. Wir können die Spieler aber nicht zwingen, zum Schwaaner SV zu gehen", sagt Jens Gienapp.

Die Mitglieder des Schwaaner SV sind es jedenfalls leid, das aus ihrer Sicht "Einbahnsystem" weiter zu unterstützen. Deshalb werde seitens des Vereins die bisherige Verfahrensweise im Umgang mit dem HC Empor auf den regulären Wettkampfbetrieb beschränkt.


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