zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 22:50 Uhr

Rostock : Schutz vor Lärmbelästigung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kommunale Wohnungsgesellschaft Wiro verklagt Hansestadt

Die Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro klagt gegen die Hansestadt Rostock. Das kommunale Unternehmen hat ein sogenanntes Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Greifswald angestrengt. Damit soll der Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet im Stadtteil Groß Klein auf Rechtmäßigkeit geprüft werden. Die Stadt Rostock will dort am Warnowufer ein maritimes Gewerbegebiet errichten. Die Wiro fürchtet deswegen Lärmbelästigungen für ihre Mieter in der Nähe. Vier weitere Kläger gehen ebenso gegen die Planungen vor, darunter die Umweltorganisationen Nabu und BUND.

Die Wiro ist eines der größten Wohnungsunternehmen bundesweit und gehört der Stadt Rostock. Das Unternehmen betreibt Wohnanlagen nahe des geplanten Gewerbegebiets. Ziel sei es, eine weitere Verlärmung der Wohnquartiere in Groß-Klein zu verhindern bzw. diese in verträglichen Grenzen zu halten, teilte eine Wiro-Sprecherin mit.

Das Wohnungsunternehmen und die Umweltverbände werden von derselben Rostocker Anwaltskanzlei vor Gericht vertreten. Die Umweltverbände wollten sich wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern und verwiesen auf die Kanzlei. Fest steht, dass für die Einrichtung des neuen Industriestandorts ein Naturschutzgebiet weichen soll. Das ermöglicht BUND und Nabu gegen den Bebauungsplan vorzugehen. Das Oberverwaltungsgericht erklärte, dass der Nabu auch ein gesondertes Eilverfahren betreibe. Dabei geht es nach Informationen der dpa um einen Baustopp.

Vor dem Rechtsstreit habe es noch Gespräche zwischen Stadt und Wohnungsgesellschaft über den umstrittenen Bebauungsplan gegeben, bestätigten Wiro und eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Man habe ein Interesse daran, im Zuge des Verfahrens Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen, erklärte die Stadtsprecherin weiter. Mit Verweis auf das laufende Verfahren wollte sie keine weiteren Angaben machen.

Die Stadt möchte das Gewerbegebiet am Groß Kleiner Warnowufer für rund 15,8 Millionen Euro ausbauen, weil es bereits eine Gleisanbindung und Kaianlagen hat. Damit sei es geeignet „hochseegehende Transporte direkt am Produktionsstandort zu ermöglichen“, wie es in den Planungsunterlagen heißt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen