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Bundeswehr : Schutz für Soldaten aus MV verstärkt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Recknitztal Kaserne in Bad Sülze verfolgt man gespannt den Einsatz der Kameraden in der Türkei

von
erstellt am 30.Jul.2015 | 21:00 Uhr

Seit ein paar Tagen reißen die Verbindungen zwischen den Soldaten der Recknitztal Kaserne in Bad Sülze (Landkreis Rostock) und ihren Kameraden in der Türkei nicht mehr ab. „Wir sind intensiv im Gespräch“, sagt Hauptfeldwebel Lars Koch. Insgesamt 70 Bundeswehrsoldaten aus seiner Flugabwehrraketengruppe 24 und aus der benachbarten Gruppe 21 in Sanitz sind im türkischen Kahramanmaras etwa 100 Kilometer nördlich der syrischen Grenze zusammen mit 170 Soldaten aus anderen deutschen Einheiten im Einsatz. Mit Patriot-Raketen schützen sie den Luftraum des Nato-Partners.

„Trotz der schwierigen Situation in der Region fühlen sich unsere Leute sicher“, berichtet Koch aus den Gesprächen. Angst vor Anschlägen bestehe nicht. Die deutschen Soldaten sind innerhalb eines bewachten türkischen Kasernenkomplexes untergebracht. Dennoch ist man in Bad Sülze besorgt. „Wir sind nicht nur dienstlich ein Team, wir kennen uns alle auch privat sehr gut“, erzählt Hauptfeldwebel Koch. Die Stimmung unter den Kameradinnen und Kameraden in der Türkei sei nach wie vor gut, unaufgeregt und professionell würden sie ihren Auftrag erledigen. Das Kontingent ist seit zwei Monaten vor Ort und wird erst im September wieder nach Deutschland zurückkehren – abgelöst von der nächsten Einheit. Die Belastung sei allerdings inzwischen besonders für einige technische Spezialisten sehr hoch, die bereits zum dritten und vierten Mal für vier Monate fern der Heimat im Einsatz sind.

Die Situation in der Region hat sich seit dem Sprengstoffanschlag der Terrormiliz IS in Suruc – etwa 160 Kilometer Luftlinie vom Bundeswehrstandort entfernt – verschärft. Zudem greift die türkische Luftwaffe seit einem Grenzzwischenfall auch Stellungen der kurdischen PKK an.

Beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam bestätigt uns Dominik Wullers, dass die Sicherheitsmaßnahmen für das deutsche Kontingent in Kahramanmaras verschärft wurden. „Die Kaserne wird nur noch dienstlich und in zivilen Fahrzeugen verlassen“, sagt er. Es bestehe keine konkrete Bedrohung, man wolle aber kein Risiko eingehen.

Vor eineinhalb Jahren hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) selbst die Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern in Kahramanmaras besucht. „Ich bin mir sicher, dass die Bundeswehr alles unternimmt, damit der Schutz unserer Soldaten gewährleistet ist“, sagte er gestern. Sicherheit müsse oberste Priorität haben.

Mandat läuft bis Januar 2016

Seit 2013 hat die Bundeswehr ein Kontingent mit Patriot-Raketen in Kahramanmaras stationiert, um Raketen aus Syrien abfangen zu können. Bisher musste die Bundeswehr nicht eingreifen. Das Mandat läuft bis Januar 2016. Die meisten der 260 Soldaten kommen aus Husum (Schleswig-Holstein), Bad Sülze und Sanitz.

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