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Bildung : Schulstart reibungslos – Echo gespalten

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein ruhiger Start ins neue Schuljahr - Normalität oder ein Ereignis, das gefeiert werden muss? In der Aktuellen Stunde des Landtags ging es daneben auch um offene Baustellen im Schulwesen des Landes.

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 20:00 Uhr

Das Schuljahr 2014/15 hat nach Angaben von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) so reibungslos begonnen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Dank Stundenzuweisungen an die Schulen bereits im Frühjahr habe es vom ersten Tag an fertige Lehrpläne gegeben, sagte Brodkorb am Mittwoch in der Aktuellen Stunde des Landtags. In den vergangenen Jahren musste immer wieder mit vorläufigen Lehrplänen gearbeitet werden, da am ersten Schultag nicht feststand, wie viele Lehrer mit wie vielen Stunden einer Schule zur Verfügung standen. Das sei bei den Eltern auf Kritik gestoßen, sagte Brodkorb.

Mehr als 600 neue Pädagogen und über 300 Referendare seien eingestellt worden - so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Landes. Fast 1000 Lehrer seien verbeamtet worden. All das werde aus dem 50-Millionen-Euro-Zusatzpaket für die Schulen bezahlt.

Oppositionspolitiker von Linken und Grünen erklärten, ein reibungsloser Schulstart müsse die Normalität sein und nicht in einer Aktuellen Stunde gefeiert werden. Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Helmut Holter, räumte anerkennend ein, dass das Schuljahr vor zwei Monaten besser begonnen hat alsin den Vorjahren. Das sei jedoch mit einem Verzicht auf 100-prozentige Unterrichtsversorgung erkauft worden, sagte er. Diese betrage aktuell nur 99 Prozent. Mehr als 60 Lehrerstellen seien dem System Schule entzogen worden.

Holter kritisierte auch, dass Grundschullehrer immer noch schlechter bezahltwerden als ihre Kollegen an den Regionalschulen und Gymnasien. Brodkorb habe auf Beschwerdebriefe von Betroffenen nicht einmal geantwortet, sagte er. Der Bildungsminister entgegnete in der Debatte, es gebe Gesprächsmöglichkeiten mit ihm. Das sei besser, als auf Serienbriefe zu antworten.

Holter sagte, es gebe noch viele Baustellen in der Schulpolitik: So müssten die Klassengrößen in den Berufsschulen und die Schulabbrecherquote gesenkt werden. Für alle Kinder müsse die Förderung möglich sein, die sie brauchen. Auch die Bildungspolitikerin der Grünen, Ulrike Berger, führte das Problem zu geringer Förderstunden an. Der Bildungsexperte der CDU, Marc Reinhardt nannte ebenfalls Herausforderungen für die Zukunft, wie unbesetzte Schulleiterstellen, die Inklusion und einen zu hohen Stundenausfall an den Berufsschulen.

Letzterer werde Schritt für Schritt zurückgehen, da Mecklenburg-Vorpommern wieder begonnen habe, Berufsschullehrer auszubilden, versprach er. Für Schulleiter gebe es mehr Geld. Das werde den Posten attraktiver machen.

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