Konkreter Plan für Ludwigslust-Parchim : Schulstandorte bis 2018 sicher

Das Parchimer Friedrich-Franz-Gymnasium hat Zukunft, das sehen die Leitlinien des Landkreises vor. Foto: M.-G. Bölsche
Das Parchimer Friedrich-Franz-Gymnasium hat Zukunft, das sehen die Leitlinien des Landkreises vor. Foto: M.-G. Bölsche

Wie wird die Schullandschaft im neuen Großkreis in Zukunft aussehen? Der Kreistag hat die Leitlinien der Schulentwicklungsplanung für den Zeitraum 2013/14 bis 2017/18 beschlossen.

svz.de von
16. Juli 2012, 12:19 Uhr

parchim | Wie wird die Schullandschaft im neuen Großkreis in Zukunft aussehen? Der Kreistag hat die Leitlinien der Schulentwicklungsplanung für den Zeitraum 2013/14 bis 2017/18 als Handlungsgrundlage zur Aufstellung des Schulentwicklungsplanes beschlossen. Konkret wird allerdings erst der noch vom Kreistag zu diskutierende Plan zeigen, ob alle Schulen Bestand haben.

Die Leitlinien fordern dies immerhin: "Das Ziel ist die Sicherung eines möglichst wohnortnahen und qualitativ hochwertigen Schulangebots im Landkreis Ludwigslust-Parchim als großem ländlich geprägtem Flächenlandkreis mit 46 Einwohnern pro Quadratkilometer." Klar ist allerdings auch, dass die Schülerzahlen zurückgehen. Die Bevölkerung wird von derzeit 217 200 Einwohnern auf etwa 201 900 Einwohner im Jahr 2020 sinken. Für 2030 sagen die Statistiker gar nur 187 100 Einwohner voraus, die Kurve zeigt also nach unten.

Ganz so dramatisch entwickeln sich die Schülerzahlen aber nicht. In der Altersgruppe der Sechsjährigen, die zur Einschulung kommen, bleibt bis zum Schuljahr 2015/16 die Einschulungszahl jährlich bei ca. 1600 Schülerinnen und Schülern stabil. Vom Schuljahr 2016/17 an bis zum Schuljahr 2020/21 werden dann die Einschulungszahlen in die erste Jahrgangsstufe um ca. 12 Prozent (ca. 200 Schüler) zurückgehen. Vom Schuljahr 2021/22 an bis 2030/31 werden sich dann die Einschulungszahlen nochmals um ca. 28 Prozent (ca. 450 Schüler) reduzieren. Ab dem Schuljahr 2031/32 pegeln sich dann die Erstklässler bei ca. 940 Schülern ein. Das heißt, der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat ab 2016 mit einem jährlichen Einschulungsrückgang von ca. zwei bis drei Prozent (ca. 40 Schüler) zu rechnen.

Das hat Folgen: Für den jetzt anstehenden Planungszeitraum bis zum Ende des Schuljahres 2017/18 wird es wohl keine Schließungen geben. Aber bis zum Ende des Schuljahres 2022/23 werden Auswirkungen im Grundschulbereich zu verzeichnen sein, heißt es in den Leitlinien. Wörtlich: "Gerade bei den derzeit vorhandenen Grundschulen im ländlichen Bereich, die schon jetzt jahrgangsübergreifend unterrichten, kann es im Einzelfall zu Bestandsgefährdungen kommen. Langfristig werden Schulaufhebungen sowohl im Grundschulbereich als auch im Regionalschulbereich unter den derzeit geltenden Rahmenbedingungen nicht vermeidbar sein." Wohlgemerkt, das gilt nicht für den jetzt zu erarbeitenden Plan, wahrscheinlich auch nicht für den nächsten.

Deshalb geben die Leitlinien Sicherheit bis 2018: "Alle 46 Grundschulstandorte im Landkreis sollen soweit wie möglich erhalten bleiben, das heißt, eine wohnortnahe Beschulung ist anzustreben." Auch die 27 Regionalen Schulen und Regionalschulteile haben demnach Bestand. Sie hätten eine "optimale räumliche Verteilung". Jede Schließung würde eine Lücke reißen. Gefahr droht hier durch die Wahlfreiheit der Eltern. Allerdings soll bei zu geringen Schülerzahlen der Kreistag in mögliche Konsequenzen eingebunden werden.

Die sechs im Landkreis bestehenden Gymnasien und die vier gymnasialen Bildungsgänge der Gesamtschulen sollen ebenfalls erhalten werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen