Bildung : Schulleiterposten nicht gefragt

Schulleiter     und  ihre   Stellvertreter  sollen  mehr  verdienen   und weniger  unterrichten ,  fordert  Linken-Politikerin  Simone  Oldenburg.
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Schulleiter und ihre Stellvertreter sollen mehr verdienen und weniger unterrichten , fordert Linken-Politikerin Simone Oldenburg.

62 Funktionsstellen an Schulen des Landes sind nur kommissarisch besetzt – für 16 dieser Stellen gibt es überhaupt keine Bewerber

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29. Juli 2014, 07:28 Uhr

Auf den ersten Blick ist alles in Ordnung: Jede der 518 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Land hat einen Leiter oder eine Leiterin und die wiederum einen Stellvertreter oder eine Stellvertreterin. Doch ein großer Teil dieser Stellen – insgesamt 62 – sind lediglich kommissarisch besetzt. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Simone Oldenburg hervor. Die Bildungsexpertin der Oppositionsfraktion befürchtet, dass daraus bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Schulen ein Dauerzustand werden könnte. Denn: „Für 16 Funktionsstellen liegen nicht einmal Bewerbungen für diese wichtigen Leitungsfunktionen vor“, so Oldenburg.

So interessiert sich offenbar niemand für die aktuell nur kommissarisch besetzten Schulleiterstellen an den Grundschulen Altenhof, Groß Plasten und Kargow im Schulamtsbereich Neubrandenburg. Auch für den Leiterposten der Grevesmühlener Förderschule „An den Linden“ gibt es dem Ministerium zufolge keine Bewerber. Stellvertretende Schulleiterposten sind unter anderem an den Grundschulen Diekhof, Dreveskirchen, Kalkhorst, Mestlin und Neu Kaliß, aber auch in Hagenow „Am Mühlenteich“ und in der Schweriner Friedensschule vakant, ohne dass es Interessenten gibt.

Simone Oldenburg befürchtet, dass es künftig noch schwieriger wird, Schulleiterstellen zu besetzen – vor allem an Regionalen Schulen. „Durch die Erhöhung der Vergütung für Lehrkräfte an Regionalen Schulen ab kommendem Schuljahr verringert sich der Abstand zur Bezahlung der Schulleiter.“ Die enorme Arbeitsbelastung und große Verantwortung der Schulleiterinnen und Schulleiter müsse aber gebührend anerkannt werden. „Wir fordern eine Höhergruppierung auf mindestens die Besoldungsgruppe A15, unabhängig von der Zahl der Schülerinnen und Schüler, sowie mehr Anrechnungsstunden für diese umfangreiche Tätigkeit“, so die Linken-Politikerin. Zudem müsse eine Zulage gewährt werden, die sich nach der Anzahl der Schülerinnen und Schüler richtet: „Nur so können wir erreichen, dass diese für einen reibungslosen Schulbetrieb unabdingbaren Funktionsstellen dauerhaft und qualifiziert besetzt werden können.“

Dank veränderter Bewerbungsbedingungen habe sich die Lage bei den unbesetzten Schulleitungsstellen bereits deutlich verbessert, hält der Sprecher des Bildungsministeriums, Henning Lipski, dagegen. So werde bei einer Bewerbung nicht mehr eine bestimmte Entgeltgruppe vorausgesetzt. Im kommenden Schuljahr seien auch Zulagen für Schulleitungen geplant. Ihre Höhe könne bis zu 400 Euro betragen. „Damit ist sichergestellt, dass Schulleitungen mehr verdienen als Lehrerinnen und Lehrer“, betonte Lipski.

Mehr Bewerber verspricht sich das Ministerium davon, dass es vakante Schulleitungsstellen seit Jahresbeginn über seine Internetseite ausschreibt. Ab August können sich zudem auch Bewerber aus anderen Bundesländern oder von freien Schulen um Leitungsstellen in MV bewerben – das soll ebenfalls zur Entspannung beitragen.

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