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Etliche Stellen seit Jahren unbesetzt : Schulleiter werden in MV? Lieber nicht

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Attraktiver Lehrerberuf? Nicht in der Chefetage der Schulen von Mecklenburg-Vorpommern: 80 Schulleiter- und Stellvertreterposten sind gegenwärtig vakant in den rund 570 allgemeinbildenden und 60 beruflichen Schulen.

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erstellt am 13.Dez.2012 | 11:13 Uhr

Schwerin | Attraktiver Lehrerberuf? Nicht in der Chefetage der öffentlichen Schulen von Mecklenburg-Vorpommern: 80 Schulleiter- und Stellvertreterposten sind gegenwärtig vakant in den rund 570 allgemeinbildenden und 60 beruflichen Schulen. Das hat die Fraktion Die Linke mit einer Kleinen Anfrage an das Bildungsministerium ermittelt.

Allein im Staatlichen Schulamt Greifswald sind demnach 45 Leitungsstellen frei, 20 im Bereich Neubrandenburg. Sie seien zum Teil seit Jahren unbesetzt, wie die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Simone Oldenburg, feststellt. In Greifswald beispielsweise arbeitet eine Grundschule seit 2004 ohne ordentlich bestellten Schulleiter. "Das Land spart enorme Summen ein, wenn es die Stellen per Dienstanweisung kommissarisch besetzt", sagt die Abgeordnete. Erst nach 18 Monaten zahle sich eine kommissarische Tätigkeit überhaupt im Gehalt aus. Überdies sei die Leitungszulage generell zu gering, ebenso wie die Zahl der Stunden, die einem Schulleiter für die Verwaltungsarbeit zugestanden wird. "Warum soll man da Verantwortung übernehmen", fragt sie. Vor ihrer Parlamentsarbeit war Simone Oldenburg Schulleiterin.

Am Institut für Qualitätsentwicklung wurden allein in den vergangenen zwei Schuljahren 196 Lehrerinnen und Lehrer fürs Schulmanagement weitergebildet. In diesem Schuljahr kommen weitere 105 dazu. "Sie bilden aus, bilden aus, bilden aus, und die Stellen bleiben frei", kritisiert die Bildungsexpertin und fordert eine "schulscharfe Qualifikation", um die Lücken zu schließen.


Im Hinblick auf die vielbeschworene "Qualität von Bildung" hält sie dem Bildungsministerium vor, die Schulen im Stich zu lassen - nicht zuletzt auch bei der fachlichen Unterstützung von außen. Kamen zum Start der "Selbstständigen Schule" im Schuljahr 2009/10 noch 118 Fach- und Schulberater zum Einsatz, so seien es mittlerweile nur noch 62. Als Grund führt das Ministerium an, dass die Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds zurückgingen. Die Landesmittel für die "Unterstützungssysteme" hingegen blieben gleich.

Mehr fachlichen Beistand sowie "mehr Gehalt und mehr Anrechnungsstunden" verlangt Simone Oldenburg von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Ihm ist das Problem der offenen Schulleiterstellen bekannt. Entgelt und Anrechnungsstunden sind "offenbar nicht Anreiz genug", wie er einräumt. Man "beabsichtigt Änderungen bei der Eingruppierung". Die Mitarbeiter seines Hauses dämpfen mögliche Erwartungen an zügige Verbesserungen. "Die Prüfung der Laufbahnverordnung ist im Gange", sagt der Pressesprecher. Wie viel Zeit "der Vorgang" schon und vor allem noch in Anspruch nimmt? Das sei noch nicht absehbar.

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