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Mensa, Hort und Bus-Tickets : Schule wird ein teures Vergnügen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Was kostet eigentliche in Schulkind? Wir zeigen die größten Kostentreiber

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Schon für den Start ins Schulleben in knapp zweieinhalb Wochen müssen Eltern tief in den Geldbeutel greifen. Alleine für Schultüte, Schulranzen und Einschulungsfeier werden schnell ein paar hundert Euro fällig. Das ist aber nur der Anfang. Von der ersten Stunde bis zum Abitur summieren sich die Ausgaben für Schulessen, Klassenfahrten und Hortbetreuung: Rund 15 000 Euro müssen Eltern in Mecklenburg-Vorpommern nach Berechnungen des Internet-Vergleichsportals Idealo einplanen, wenn sie ein Kind 12 Jahre zur Schule schicken.

Die höchsten Beträge fallen der Studie zufolge in MV für die Nachmittagsbetreuung im Hort und für die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln an - im Laufe eines Schullebens summieren sich die Ausgaben für beide Posten auf insgesamt 6300 Euro. Für Klassenfahrten werden pro Kind im Nordosten insgesamt rund 3000 Euro fällig.

 

In anderen Bundesländern fallen die Schulkosten aber weitaus höher aus – bundesweit betrachtet haben die Eltern in MV mit rund 15000 Euro die geringsten Ausgaben. Nach Angaben des Vergleichsportals kostet ein Schulleben von der 1. bis zur 12. Klasse im Bundesdurchschnitt rund 5700 Euro mehr. In Niedersachsen, dem Land mit den höchsten Ausgaben, betragen die Schulkosten für ein Kind bis zum Abitur sogar 27300 Euro.

Die deutlichen Unterschiede zwischen den Ländern erklären die Autoren der Studie damit, dass das deutsche Schulsystem nicht zentralisiert vom Bund gestaltet wird. Bildungspolitik ist Sache der Bundesländer. „Jedes Bundesland definiert eigene Regeln für die Finanzierung des Schulessens, des Bücherkaufs oder zur Gestaltung der Hortkosten“, heißt es in der Studie. In Mecklenburg-Vorpommern gilt beispielsweise die sogenannte Lehrmittelfreiheit: Eltern müssen für Schulbücher nichts bezahlen und werden dadurch finanziell entlastet.

 

Für die Linkspartei und den Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) geht die finanzielle Unterstützung aber noch nicht weit genug. „Bildung und die Schulkarriere sollten nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein“, findet Carsten Spies, Landesgeschäftsführer beim DKSB. Das Land sollte deshalb alle direkten Bildungskosten übernehmen. Dazu sollten auch Klassenfahrten und die Tickets für die Schülerbeförderung gehören, fordert Spies. Der Vorschlag wird auch von der Bildungsexpertin der Linken, Simone Oldenburg, unterstützt. „Die nicht gerade unerheblichen Beiträge für Schul- und Klassenfahrten können von vielen Eltern nur schwer oder gar nicht getragen werden “, weiß Oldenburg. Es müsse für jedes Kind die Teilnahme an solchen Fahrten gewährleistet werden.

Ein weiterer Kritikpunkt der Linken sind zusätzliche Ausgaben für Unterrichtsmaterialien. Die Schulbücher sind zwar kostenlos , aber „noch immer werden Eltern in jedem Jahr mit Kosten für Lernmittel, wie Kopien und andere Unterrichtsmaterialien belastet“, so Oldenburg.

 

Link zur Studie

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