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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 15:20 Uhr

Schule startet mit Streit um Lehrkräfte

vom

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2012 | 05:41 Uhr

Schwerin | Kein Schuljahresbeginn ohne Personaldebatte: Der bildungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, zufolge fehlen an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen 112 Lehrerinnen und Lehrer. "Eine gravierende Mehrbelastung der an den Schulen Beschäftigten ist programmiert, da über 3000 Unterrichtsstunden pro Woche aufgefangen werden müssen", kritisiert Oldenburg. Dies sei Ergebnis des überzogenen Sparkurses der Landesregierung. "Vor uns liegt ein weiteres Jahr , in dem die Zahl der Schulabbrecher steigen wird und die Bildungseinrichtungen mehr Aufbewahrungsorte als Schulen sind", so die Links-Politikerin.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) sieht das anders. Die Schüler-Lehrer-Relation habe sich deutlich verbessert. 134 000 Mädchen und Jungen, für die heute an den 568 öffentlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern das neue Schuljahr beginnt, würden von 11 085 Lehrern unterrichtet. Das seien 106 Lehrer mehr als 2011/12, die Zahl der Schüler sei um 1323 gestiegen. Während vor einem Jahr 129 Lehrkräfte neu eingestellt worden seien, wären es diesmal im günstigsten Fall 160, so der Minister zum Stand Mitte vergangener Woche. Vertragsangebote seien sogar 166 Bewerbern unterbreitet worden. "Wenn nicht alle freien Stellen besetzt werden, entsteht dennoch keine Lücke in der Unterrichtsversorgung", betont Brodkorb. Denn Lehrer, die Teilzeit arbeiten, würden die offenen Stunden dann übernehmen.

Zusätzlich eingestellt werden erstmals Vertretungslehrer an Grundschulen. Sie sollen dafür sorgen, dass Unterrichtsausfall - laut Ministerium im letzten Schuljahr 0,9 Prozent aller Stunden - verringert und Vertretungsstunden (acht bis neun Prozent) besser abgesichert werden. Von 20 ausgeschriebenen Stellen werden aktuell 17 besetzt. Bewerber werden noch für Ludwigslust, Stavenhagen und Sternberg gesucht. Ihnen winkt nach maximal dreijähriger Springertätigkeit die unbefristete Anstellung an einer Stammschule.

Um Lehrer von Nebentätigkeiten zu entlasten, will der Minister die Pflicht, für alle Schüler Förderpläne zu schreiben, aufheben. Nur bei erkennbarem Bedarf sollen solche Pläne noch nötig sein. Schließe sich das Kabinett den Vorstellungen des Ministeriums an, könnten die Entlastungen noch in diesem Schuljahr in Kraft treten, so Brodkorb. Geplant sei ferner, einheitliche Bewertungsmaßstäbe für alle Schularten einzuführen. Derzeit legten diese die Lehrerkonferenzen fest.


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