Nachhilfe von NPD und AfD : Schüler kritisieren Politiker

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Gymnasiums-Projekt mit NPD- und AfD-Vertretern sorgt für Kontroverse

svz.de von
11. Juni 2016, 08:00 Uhr

Nach der Kritik an einem Geschichtsprojekt am Innerstädtischen Gymnasium (ISG) Rostock haben sich jetzt die betroffenen Schüler zu Wort gemeldet. „Wir freuen uns sehr über einen Zuwachs an Aufmerksamkeit, da wir die Debatte für unser Projekt nutzen können“, sagten sie unserer Redaktion. „Die Unterstellungen von Simone Oldenburg (Lehrerin, Bildungsexpertin der Linken) und Torsten Sohn (Grüne) stützen sich auf Halb- und Unwissen“, kritisieren die Gymnasiasten. „Wir sind empört, dass man uns unterstellt, wir wären nicht in der Lage mit dieser Thematik kritisch umzugehen. Weder Herr Sohn noch Frau Oldenburg befragten uns persönlich zum Projekt, unserer Intention oder unserer Vorbereitung. Dies wäre aber zwingend erforderlich gewesen, um sich ein Bild von der Situation zu machen.“ Das Projekt sei Teil eines Wettbewerbs namens „Denktag“, veranstaltet von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Schon bei den Interviews mit David Petereit (NPD) und Holger Arppe (AfD), bekunden die Schüler, hätten sie den Eindruck gewonnen, „dass die Stigmatisierung als Volksverhetzer durchaus gerechtfertigt sei“. Das habe zu einer kontroversen Debatte geführt. „Das Schulgesetz sagt, wir sollen zu mündigen Bürgern erzogen werden. Diese Mündigkeit wird uns von den Politikern und ,Experten’ abgesprochen.“ Die IGS-Schüler wollen darauf vorbereitet werden, „eigene Meinungen zu entwickeln und kritisch zu hinterfragen, statt nur Werte oder Vorurteile nachzuplappern“.

Unterdessen legte AfD-Landtagskandidat Arppe gegenüber der Redaktion Wert darauf, dass das Urteil wegen Volksverhetzung des Amtsgerichts Rostock nicht rechtskräftig sei, da er in Berufung gegangen sei. Wegen des geringen Strafmaßes (Geldstrafe) gilt er nicht als vorbestraft.

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