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Eltern zahlen für Fahrkarten rund 3,5 Millionen Euro pro Schuljahr : Schüler in Großstädten zahlen bei Tickets drauf

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Ungleiche Behandlung: Während die Eltern von Schülern in Landkreisen und deren Städten die Busfahrt zur Schule per Gesetz kostenfrei erhalten, zahlen die Schüler in Großstädten ihre Tickets selbst.

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erstellt am 27.Feb.2013 | 09:53 Uhr

Schwerin | Ungleiche Behandlung: Während die Eltern von Schülern in Landkreisen und deren Städten die Busfahrt zur Schule per Gesetz kostenfrei erhalten, zahlen die Schüler in Großstädten ihre Tickets selbst. Das war immer wieder Stein des Anstoßes. Aber nach der Kreisreform hat sich die Problematik noch zugespitzt. Da Neubrandenburg, Greifswald, Wismar und Stralsund ihre Kreisfreiheit verloren, wurden die Eltern dort zu Gewinnern der Reform. Sie bekommen jetzt ihren Schülerverkehr kostenfrei. Eltern in Rostock und Schwerin müssen weiter zahlen.

Und nicht wenig: Eltern in Rostock müssen für die Fahrkarten ihrer Kinder - 7500 Schülertickets im Schuljahr - 2,25 Millionen Euro aus der eigenen Tasche berappen. In Schwerin sind es bei einer 75-prozentigen Ermäßigung 1,3 Millionen Euro. Geld, das von Eltern auf dem flachen Lande nicht ausgegeben werden muss.

In einem Brief wenden sich Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und ihr Amtskollege in Rostock, Roland Methling, an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). "Trotz mehrfach angeregter Diskussion wurden den Eltern der Schüler in benachteiligten Kommunen bisher von Seiten des Landes keine Lösung angeboten", schreiben die Kommunalpolitiker. "Im Gegenteil, die seit Jahren geltenden Unterschiede in der Schülerbeförderung in unserem Bundesland haben sich mit der Umsetzung der Kreisgebietsreform weiter verschärft."

Das Land teilt jährlich elf Millionen Euro an die Schulverwaltungsämter der Landkreise aus. Da sich das Schülerverkehrsnetz aber mit dem Netz des öffentlichen Nahverkehrs in weiten Teilen deckt, "finanzieren die Landkreise ihren ÖPNV vornehmlich über diese Landesmittel", beklagen sich Methling und Gramkow. Diese Regelung im Schulgesetz solle aufgehoben werden, fordern sie. Um so mehr, da im Ausbildungsverkehr Landkreise und kreisfreie Städte bei der Förderung gleichgestellt seien.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) weist jetzt in einem Antwortschreiben die Verantwortung von sich und verweist auf das Finanzausgleichsgesetz des Landes. Die ungleiche Regelung dort sei im Zuge der Kreisgebietsreform vom Landtag explizit bestätigt worden. Brodkorb verweist darauf, dass die Pro-Kopf-Belastung für den Schülerverkehr gerechnet auf alle Einwohner in den Kreisen um ein Vielfaches höher sei als in den Städten. "Ihrem Wunsch nach einer Vereinheitlichung der Beförderungsbedingungen vermag ich ...nicht zu entsprechen", schreibt der Bildungsminister.

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