zur Navigation springen

Agressive Grippe-Welle : Schon zwei Todesfälle in MV

vom

Nach dem eher milden Verlauf im vorigen Winter wütet die Grippe in diesem Winter besonders aggressiv in MV. Die Grippe hat auch erste Todesopfer gefordert. Beide Patienten waren allerdings chronisch vorerkrankt.

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2013 | 07:32 Uhr

Schwerin | Plötzlich hohes Fieber, starke Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen: Die Grippewelle rollt über Mecklenburg-Vorpommern hinweg und hat bereits zwei Menschen das Leben gekostet. Beide Patienten hatten chronische Vorerkrankungen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mit. Aus datenschutzrechtlichen Gründen hielt sich das Lagus mit näheren Informationen bedeckt. Weil das Immunsystem geschwächt ist, seien chronisch Kranke wie Krebs-, Herz-Kreiskauf-, aber auch HIV-Patienten und Diabetiker besonders anfällig für die Grippe, sagte Behördensprecherin Anja Neutzling.

Laut Lagus seien seit Jahresbeginn 1507 Grippefälle gemeldet worden. "Die Neuinfektionen sind sprunghaft angestiegen", sagte Behördensprecherin Anja Neutzling. Mitte Dezember wurden nur vier Fälle registriert, Mitte Januar waren es bereits 130 und zwei Wochen später sogar 522 Neuerkrankte. In der ersten Ferienwoche sei mit 571 Neuerkrankten ein bisheriger Höchststand erfasst worden, erklärte Neutzling.

Auch im Vergleich zu den ersten sechs Wochen 2012 sei die diesjährige Grippewelle deutlich intensiver. Zur gleichen Zeit waren im vergangenen Jahr lediglich acht Fälle registriert worden. Laut der Grafik auf der Internetseite der "Arbeitsgemeinschaft Influenza" des Robert Koch Instituts leiden in der Region um Greifswald besonders viele Menschen an Grippe oder akuten Atemwegserkrankungen.

Das Gesundheitsamt geht zudem von einer hohen Dunkelziffer aus, da nicht jeder Grippe-Infizierte auch einen Arzt aufsuche. In den Arztpraxen, die sich an der behördlichen Überwachung der Krankheitsentwicklung beteiligen, erreiche der Anteil der Patienten mit Atemweginfektionen neue Höchstwerte. Jeder vierte Patienten suche derzeit den Arzt wegen eines grippalen Infekts auf.

Auch in den Jahren 2009 und 2011 waren in Mecklenburg-Vorpommern Grippefälle gehäuft aufgetreten. Damals wurden 4100 beziehungsweise 2379 Erkrankungen gemeldet, 2010 waren es nur gut 200.

Weil Influenza und grippaler Infekt über die Luft durch Niesen und Husten übertragen werden, rät der Neubrandenburger Allgemeinmediziner Roland Burghardt die Räume öfter zu lüften. "Klare Winterluft ist gut für den Körper." Sich die Hände gründlicher zu waschen oder auf den Händedruck zu verzichten, sei empfehlenswert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen