Manufaktur „Dolci Noti“ : Schokoladenmeister im Stress

Süße Versuchung aus Italien: Antonio Lecce betreibt in Schwerin eine Schokoladenmanufaktur.
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Süße Versuchung aus Italien: Antonio Lecce betreibt in Schwerin eine Schokoladenmanufaktur.

Hinter Antonio Lecce aus Schwerin liegen anstrengende Wochen – der Italiener stellt Pralinen und Schokoladen her.

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22. Dezember 2017, 20:55 Uhr

Die Strapazen der vergangenen Wochen sieht man Antonio Lecce an. Er hat leicht Ringe unter den Augen. „Keine Zeit zum Schlafen und auch nicht zum Rasieren. Seit drei Wochen bin ich sieben Tage die Woche im Vollstress“, sagt der Italiener und fährt sich mit der Hand über die kurzen Bartstoppeln. Die Naschkatzen brauchen täglich Nachschub.

Lecce betreibt seit 2008 die Erste Schweriner Schokoladenmanufaktur „Dolci Noti“. In der Adventszeit steht er täglich bis zu 18 Stunden in seinem kleinen Geschäft in der Schweriner Innenstadt und stellt Pralinen, Trüffel und Schokoladen her. Die Produktion läuft auf Hochtouren. Der Appetit auf die „kleinen Bomben“, wie er seine Kreationen wegen der Kalorien nennt, ist in der Weihnachtszeit besonders groß.

Der gelernte Koch und Konditor ist Einzelkämpfer. „Bei mir gibt es auch keine Maschinen. Ist alles Handarbeit. Keine Chemie. Zu 90 Prozent Naturprodukte“ betont der Schokolatier und lässt einen dunklen Block auf den Tisch plumpsen. Zweieinhalb Kilogramm wiegt das Paket. „100 Prozent Kakaomasse“, erklärt Lecce. Die Substanz ist der wichtigste Rohstoff für seine Arbeit. Doch damit aus der leicht bitteren Kakaomasse süße und runde Pralinen werden „ist viel Kraft und Geduld notwendig“, erklärt Lecce. Und weitere Zutaten wie etwa Rohrzucker, Gewürze, Liköre, Rum und Wodka. Für jeden Geschmack soll etwas dabei sein. „Omis mögen vor allem Eierlikör-Trüffel“. Männer bevorzugen seine Grappa-Pralinen.

Ein Rezeptbuch besitzt Lecce nicht. Er tippt sich stattdessen an die Stirn. „Ist alles hier oben drin“, sagt er. Viele Kreationen habe er durch Zufall und Ausprobieren entdeckt. Wie die Praline mit Ziegenkäse und Himbeere. Schokolade lasse sich aber auch sehr gut mit einem Hauch Schärfe veredeln - für die „Duetto“ hat Lecce süße Aprikosen mit feurigem rosa Beerenpfeffer kombiniert. Für das richtige Geschmackserlebnis, sollte man sich Schokolade aber nicht einfach in den Mund stopfen. „Die muss man langsam genießen“, erklärt der Schokolatier. Pralinen und Schokoladen gehörten auch nicht in den Kühlschrank. „Am besten bei Zimmertemperatur aufbewahren“, rät der Fachmann.

Lecce selbst hat in den vergangen Wochen keine Schokolade genascht. „Wenn man täglich damit arbeitet, hat man keinen Appetit darauf“, erklärt er. Aber der Stress ist nun vorbei. Gestern hat der Schokolatier aus der Landeshauptstadt sein Geschäft geschlossen und sich in den Weihnachtsurlaub verabschiedet. „Dann gönne ich mir auch das eine oder andere Stückchen Schokolade“, verrät er. Am liebsten mag er Bitterschokolade.

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