Mecklenburg-Vorpommern : Schöne Zukunft im Land der Alten?

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In 15 Jahren wird laut Prognosen jeder Dritte in MV über 65 sein Das Land will sich darauf vorbereiten und sammelt Expertenwissen

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06. März 2015, 11:55 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern steuert mit Riesenschritten auf ein Dasein als Land der Alten und ganz Alten zu. Die Einwohnerzahl wird Experten zufolge  weiter schrumpfen. Wie schafft man es in 15 Jahren,  dass Senioren vom Land aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln Arzt und Supermarkt erreichen? Wer soll die verstreut wohnenden Menschen pflegen? Müssen  Tausende Wohnungen umgebaut werden, damit Alte mit Rollator darin weiter wohnen können? Wer soll das bezahlen? Antworten auf diese Fragen sucht seit inzwischen drei Jahren die Enquetekommission des Landtags „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“.

Die Anfang 2012 eingesetzte Kommission sei ein guter Weg, auf den sich auch schon andere Bundesländer gemacht hätten, lobt das Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln. Besonders hebt Geschäftsführerin Heike Nordmann hervor, dass Erkenntnissen in Schwerin  auch tatsächlich Taten gefolgt seien. So legte das Land nach einem Zwischenbericht zum Thema Wohnen im Alter ein  zweijähriges, zehn Millionen Euro umfassendes Förderprogramm für die Nachrüstung von Mietshäusern mit Aufzügen auf. Die Wohnungswirtschaft  forderte bereits eine Verlängerung bis  2021. Hintergrund: Aufgrund der verbreitet niedrigen Einkommen im Nordosten können Vermieter teure Umbauten nicht auf die Mieten umlegen. Auch Eigenheimbesitzer können seit vorigem Jahr Geld vom Land für barrierearme Umbauten bekommen. Dafür stehen 500 000 Euro bereit, wovon bisher 189 000 Euro für 54 Wohnungen abgerufen wurde, wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums berichtet. Auch dieses Programm basiert auf einer Anregung der Enquetekommission.


Expertisen schlagen ordentlich Wellen


Die Kommission mit 21 Mitgliedern aus Landtag und Gesellschaft hat zahlreiche Gutachten von Experten anfertigen lassen. Diese Expertisen schlagen für gewöhnlich ordentlich Wellen, wenn sie vorgelegt werden. Etwa, als das Beratungsunternehmen HGC GesundheitsConsult (Hamburg) zwei Gutachten zur Zukunft der Krankenhäuser im Land und zur  medizinischen Versorgung und Pflege alter Menschen vorstellte. Das Unternehmen schlägt etwa vor, kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum zu kommunalen Gesundheitszentren umzuwandeln, die sich vor allem auf die ambulante Versorgung konzentrieren. Politiker und Interessenvertreter liefen verbal Sturm gegen ein mögliches Aus einzelner Kliniken.

Der Vorsitzende der Enquetekommission, der Landtagsabgeordnete Jörg Heydorn (SPD), ist dennoch zufrieden. Es gehe sehr sachlich zu, sagt er. Die Enquetekommission will noch bis zur Landtagswahl 2016 arbeiten. Dann soll der Abschlussbericht vorliegen, so Heydorn. In wenigen Wochen will die Kommission zunächst Handlungsempfehlungen für die Zukunft der Mobilität vorlegen, bis zum Sommer soll auch das Thema Gesundheit und Pflege abgeschlossen sein.  

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