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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 18:22 Uhr

Schnuppertag mit Folgen?

vom

svz.de von
erstellt am 06.Apr.2011 | 06:24 Uhr

Hagenow | Schon die Verkleidung in hygienisch korrekter Kleidung war für die Jugendlichen ein Abenteuer, der Rundgang im Hagenower Danone-Werk erst recht. Unter normalen Umständen wären die jungen Leute wohl nie in diese Hallen gekommen, sie hätten sich auch kaum beworben. Kein Wunder, gehören sie doch zu den so genannten Benachteiligten. Das ist eine beschönigende Beschreibung für die, die es im derzeitigen Schulsystem nicht geschafft haben und wohl auch keine realistische Chance auf einen normalen Job hätten.

Doch die Zeiten ändern sich, vor allem bei den Arbeitgebern. Die müssen sich immer mehr Gedanken machen, woher denn die Arbeitskräfte der Zukunft kommen sollen.
Danone-Werksleiter Nils Rosenbaum geht mit seiner Mannschaft möglichst pragmatisch an die Sache. "Wir wollen die Jugendlichen kurz kennenlernen, ihnen die Möglichkeiten zeigen. Mehr zunächst nicht. Wenn sich dann jemand zu einem Praktikum entschließt und wirklich will, dann ist vieles möglich."

Konkret würde das eine Ausbildung als Milchtechnologe bedeuten, doch dafür braucht man schon ein wenig mehr als nur guten Willen. Einen möglichst guten Realschulabschluss z. B., ein Verständnis für Zahlen, ein ordentliches Auftreten und natürlich das nötige Maß an Arbeitsdisziplin. Wer das alles mitbringt, der kann sich im Gegenzug auch auf Danone verlassen, wie die vergangenen Jahre immer wieder bewiesen haben. Mit den Berufen, die man bei den Hagenower Milchfachleuten erlernen kann, kommt man in der gesamten Lebensmittelbranche unter. Und die ist stark im Landkreis vertreten.

Auch das zunehmende Nachwuchsproblem haben alle gemeinsam. Auch bei Danone sind die geburtenschwachen Jahrgänge und der immer noch währende Aderlass vieler guter junger Leute in Richtung Westen deutlich zu spüren.

Werkleiter Rosenbaum, zu dessen Mannschaft derzeit 85 Beschäftigte gehören, will daher alles tun, um möglichst viele junge Leute für sein Unternehmen zu interessieren. Denn die Nachwuchsfindung werde in den kommenden Jahren gewiss nicht leichter werden. Insofern kam die Anfrage des "Future Camps" um einen Besuch im Betrieb gerade recht. Die Jugendlichen waren von dem, was ihnen gezeigt wurde, zumindest beeindruckt. Doch auf die meisten von ihnen, dass wusste auch Betreuer Felix Buchwind von der zuständigen Stiftung der deutschen Wirtschaft, wartet noch ein langer Weg bis hin zu einem normalen Abschluss oder einer regulären Ausbildung.

Auch angesichts der demographischen Entwicklung könne man es sich nicht mehr leisten, auch nur einen jungen Menschen ohne Ausbildung zurückzulassen.

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