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Schneller Bezahlen: Girocard kommt mit Funk-Technik

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erstellt am 04.Jan.2012 | 06:08 Uhr

Schwerin | Millionen Sparkassen-Kunden können künftig kleine Einkäufe bis 20 Euro fast im Vorbeigehen bezahlen - ohne PIN oder Unterschrift. Sie müssen nur ihre neue Girocard kurz vor das Lesegerät des Händlers halten. "Im August beginnt die bundesweite Einführung", kündigte Werner Netzel, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes an. Die neuen Karten erhalten die Inhaber - knapp 900 000 in Mecklenburg-Vorpommern - im Zuge des regelmäßigen Austausches.

Die Karten sind mit Funktechnik ausgerüstet, die die Bezahldaten auf das Lesegerät überträgt. "Sie müssen nicht mehr in das Gerät gesteckt werden", erklärt Torsten Mönnich von der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. "Die Zahlung wird somit schneller abgewickelt."

Mitte April startet die Kreditwirtschaft im Raum Hannover, Braunschweig, Wolfsburg einen Pilotversuch. Kontaktlos bezahlen können Kunden zunächst u.a. an Esso-Tankstellen, beim Buchhändler Thalia und der Süßwarenkette Hussel. "Das Interesse im Handel ist sehr groß", sagt Werner Netzel.

Auch in MV laufen die Vorbereitungen. "Wir sprechen unsere Händler-Kunden gezielt auf den Einsatz geeigneter Geräte an", so Torsten Mönnich. "Vorhandene Terminals müssen mit zusätzlicher Hardware ergänzt werden, bei neuen Ins tallationen ist die Technik bereits enthalten."

Das kontaktlose Bezahlen basiert auf der NFC-Funktechnik. NFC steht für Near Field Communication. "Zahlvorgänge werden nur ausgelöst, wenn die Karte wenige Zentimeter vom Bezahl-Terminal entfernt ist", erklärt Mönnich. "Es muss also niemand befürchten, beim Warten an der Kasse mit der Rechnung des Vordermannes belastet zu werden." Auch die Begrenzung auf 20 Euro reduziere das Risiko. Die Daten werden verschlüsselt übertragen.

Für das Bezahlen per Funk muss auf der Karte ein Guthaben sein. Mit bis zu 200 Euro kann sie aufgeladen werden - am Geldautomaten oder an den Terminals des Handels. Die einzelnen Umsätze erscheinen nicht auf dem Kontoauszug, so Netzel. Mit Hilfe einer App auf dem Smartphone oder über einen Kartenleser könne man sich die letzten 15 Bezahl- und die letzten drei Aufladetransaktionen anzeigen lassen.

Die kontaktlose Visa-Zahlungskarte ("Visa payWave") wollen bis Mitte 2012 sechs deutsche Banken an ihre Kunden ausgeben.

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