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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 18:49 Uhr

Weihnachten im Landtag : Schmuck und standhaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach der gestrigen Landtagssitzung freuen sich auch die Politiker auf die Festtagsruhe. Wie sie sich ihren Weihnachtsbaum wünschen

Bei der Beschaffung des Weihnachtsbaumes überlassen die Familienväter im Kabinett von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) möglichst nichts dem Zufall. Die Ansprüche und Erwartungen sind klar formuliert. Und dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Politiker nach ausgiebiger Suche im Wald selbst die Axt ansetzt oder ob er das Angebot an geschlagenen Bäumen nutzt. Schmuck soll der Nadelbaum zum Fest sein – vor allem aber standhaft. Denn einige der Kabinettsmitglieder haben kleine Kinder zu Hause.

„Ein Eineinhalbjähriger sollte den Baum nicht einfach umschubsen können“, begründet Sellering, weshalb er in diesem Jahr einen Baum mit dichtem Unterwuchs in klassischer Pyramidenform und damit kindersicherer Gewichtsverteilung bevorzugt.

Das Aufstellen gehöre wie der Kauf zu seinen Pflichten, das Schmücken übernehme Ehefrau Britta. Mit Rücksicht auf Sohn Matti würden Elektrokerzen am Baum brennen. „Und dass Rot die vorherrschende Farbe beim Weihnachtsbaumschmuck ist, versteht sich von selbst“, erklärt der SPD-Landeschef.

Die Arbeitsteilung im Hause von Agrarminister Till Backhaus (SPD) ist normalerweise ähnlich. Doch lässt es sich der für Forst zuständige Ressortchef nicht nehmen, den Baum selbst zu schlagen. In diesem Jahr habe er sich für eine Blautanne aus dem Landesforst entschieden.

Entgegen der Familientradition aber wird er diese womöglich auch selbst schmücken, um seine hochschwangere Gattin zu entlasten. Der Minister und seine Frau Ivonne erwarten ihr zweites Kind.

Auch die CDU-Kabinettskollegen, Innenminister Lorenz Caffier und Wirtschaftsminister Harry Glawe, legen Wert auf Weihnachtsbäume aus heimischen Wäldern. Doch während Glawe seit Jahren dabei auf die Freundschaftsdienste eines guten Nachbarn vertrauen kann, der den ausgesuchten Baum im Wald schlägt und mitbringt, lässt sich Caffier diese Aufgabe nicht aus der Hand nehmen. „Als gelernter Forstfacharbeiter hole ich den Baum natürlich selbst. Auch wenn der Terminplan eng ist, die Zeit nehme ich mir. Und wenn ich dann einmal dabei bin, dann erledige ich gleich noch Lieferaufträge für die ganze Familie“, sagt Caffier.

Wie Glawe bekommt auch Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) schon seit Jahren den Weihnachtsbaum von einem Freund der Familie geliefert. Sie stelle dabei nur eine Bedingung: „Der Baum muss größer sein als ich“, sagt die zierliche Ministerin mit einem Schmunzeln und bekennt, dass sie möglichst lange etwas von dem Baum haben wolle. Deshalb werde er schon eine Woche vor dem Fest geschmückt und bleibe stehen, „bis die ersten Nadeln fallen“.

Finanzministerin Heike Polzin (SPD) verzichtet hingegen auf den Anblick eines reich behängten Baumes in der heimischen Wohnung. „Den Weihnachtsbaum gibt es in unserer Familie nur bei der Tochter und den Enkeln. Zu Hause sorgen Gestecke und Kerzen für die anheimelnde Stimmung“, sagt Polzin.

Ähnlich hält es Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU), die nach Düsseldorf zu ihren Eltern fährt. „Dort treffen wir uns seit Jahren zu den Feiertagen in der Großfamilie, inzwischen über vier Generationen. Und dort steht dann auch der Baum“, erzählt Kuder.

Die Tradition des Weihnachtsbaums ist in der Familie von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) eher jung. „Den Baum gibt es erst, seitdem unsere Tochter da ist“, sagt Brodkorb, der bei der Lieferung auf die Freundschaftsdienste eines Waldbesitzers zählen kann. Der Transport wäre für den Radfahrer ohnedies schwierig. „Wir haben dreieinhalb Meter hohe Räume. Der Baum sollte schon bis zur Decke reichen, und zur Sicherheit wird er dann auch fest verzurrt“, berichtet Brodkorb.

Sein Kollege, Energieminister Christian Pegel (SPD), begnügt sich mit einem kleineren Baum, der auf einem Tisch platziert werde. Die Auswahl sei darum aber nicht einfacher. „Die Erfahrung zeigt, dass ich auf dem Baummarkt schon zehn bis zwölf Exemplare präsentieren muss, ehe meine beiden Töchter und meine Frau ihre Zustimmung geben.“

Frank  Pfaff

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