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Schloss offen zwischen Bastelstraße und Politik-Talk

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erstellt am 02.Jun.2013 | 06:29 Uhr

Schwerin | Politiker hautnah erleben, Diskussionsrunden zu brennenden Problemen lauschen oder einfach mal einen Blick in jene Räume des Schweriner Schlosses werfen, die sonst nur den Abgeordneten und Mitarbeitern des Landtages vorbehalten sind: Mehr als 20 000 Neugierige aus Nah und Fern strömten gestern zum Tag der Offenen Tür in den Schweriner Landtag. Unmittelbar nach Ende des dreitägigen Sitzungsmarathons des Parlaments nahmen gestern Besucher auf den Sitzen der Parlamentarier Platz. Auch das Schlossmuseum und die nach der Sanierung erst seit wenigen Wochen wieder geöffnete Schlosskirche konnten ohne Eintritt besichtigt werden.

Heidrun und Dieter Krüger aus Wittenburg kamen innerhalb einer Woche gleich zweimal nach Schwerin. Letztes Wochenende besichtigten sie die renovierte Schlosskirche, gestern war der Rest des Schlosses dran. "Als wir letzte Woche hier waren, sagte man uns, dass wir unbedingt jetzt noch einmal kommen müssen, und es lohnt sich. Das Schloss ist ein Traum", schwärmt Heidrun Krüger.

"Schaustelle, betreten erwünscht" prangte in großen Lettern im dritten Stockwerk im Gartenflügel des historischen Gebäudes. Das erste Mal konnte der entkernte Plenarsaal besichtigt werden. Für den gesamten Bau des neuen Plenarsaales sind 21 Millionen Euro vorgesehen. Davon entfallen sieben Millionen Euro auf den neuen Plenarsaal, der im alten Festsaal entstehen soll. Zehn Millionen Euro kostet die Sanierung des Burgsee- und Schlossgartenflügels, in dem sich auch der bisherige Festsaal befindet. Weitere 4,5 Millionen Euro sind als Reserve eingeplant.

Im alten Plenarsaal debattieren Schüler des Fridericianum Schwerin, Landesfinalisten des Bundeswettbewerbs "Jugend debattiert", mit Abgeordneten des Landtages das Für und Wider von Kopfnoten. Schüler des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums Wismar stritten zum Thema "Sollen Plastiktragetüten verboten werden?" Und in der CDU-Fraktion konnten Bürger mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU) über den Sinn von Auslandseinsätzen der Bundeswehr ins Gespräch kommen. Besonders für Familien lohnte sich ein Besuch bei der SPD. Dort gab eine Mal- und Bastelstraße, fand ein Kinderschminken statt und war ein Dosenwurfstand aufgebaut. Man konnte Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) über ihre Vorstellungen zur Familienpolitik befragen. Die 39-Jährige ist ja in der vergangen Woche ins Kompetenzteam von Peer Steinbrück zur Bundestagswahl berufen worden. Bis zum frühen Nachmittag sprach Manuela Schwesig mit Besuchern des Tages der offenen Tür in Schwerin, dann düste sie zum Sonntagabend-Talk mit Günther Jauch nach Berlin, ebenfalls zum Thema Familie.

Siegfried Lottow ist schon seit Jahren Stammgast beim Besuchertag. "Ich habe schon mit dem Fraktionschef der Linken, Helmut Holter, gesprochen", berichtete der Schweriner. "Jetzt will ich noch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider besuchen." Ein ausgefüllter Tag.

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