Schloss Groß Lüsewitz: Neuer Makler erteilt Absage

<strong>So soll das Schloss einmal  aussehen,</strong> wenn Erbbaupächter Volker Ölschläger (l.) den Zuschlag erhält und nach den Plänen von Jürgen Groth die Sanierung umsetzen kann. Foto: clla
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So soll das Schloss einmal aussehen, wenn Erbbaupächter Volker Ölschläger (l.) den Zuschlag erhält und nach den Plänen von Jürgen Groth die Sanierung umsetzen kann. Foto: clla

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12. Juni 2012, 09:37 Uhr

Groß Lüsewitz | Volker Ölschläger freut sich auf den Sommer mit mehr Sonne als Regen. Denn Feuchtigkeit wäre für das Groß Lüsewitzer Schloss fatal - und Ölschläger darf als Erbbaupächter laut Beschluss der Sanitzer Gemeindevertretung keine größeren Investitionen mehr tätigen, um das Gebäude aufzuwerten. Die wären aber dringend erforderlich. Bereits vor über einem Jahr hat er Kaufinteresse für das Objekt, in dem er wohnt und arbeitet, signalisiert - doch bis jetzt ist nichts passiert.

Die Gemeindevertreter haben zwar mittlerweile beschlossen, das Objekt aus dem Jahr 1896 verkaufen zu wollen. Wenn es aber um die Fragen "Wie?" und "An wen?" geht, driften die Meinungen auseinander. Vor zwölf Tagen lief die erste Frist für eine erneute Ausschreibung des alten Rittergutes aus. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde der Zeitraum bis zum 31. Dezember verlängert. Außerdem regte die Fraktion um Johannes Müller an, zusätzlich zum Rostocker Immobilienbüro Lutter, das das Schloss gerade im Internet anbietet, einen auf den Verkauf solcher Objekte spezialisierten Makler aus Süddeutschland heranzuziehen. "Doch der hat jetzt abgesagt", erklärte Bürgermeister Joachim Hünecke (FDP) auf der Gemeindevertretersitzung und verlas das entsprechende Schreiben. Darin begründet der Makler seinen Entschluss damit, "dass er nichts verdienen auch ohne Zeitaufwand kann" und er "die Beschränkung auf einen diskreteren Verkauf ungewöhnlich findet" und "der Wille zum Verkauf weiterhin nicht gegeben" sei. "Das ist eine persönliche Annahme des Maklers gegen die Gemeindevertretung", sagt Hünecke zu den Vorwürfen, seine Gemeindeverwaltung würde das Objekt gar nicht loswerden wollen. Eine solche Meinung würde durch das Handeln der Verwaltung widerlegt, so der Bürgermeister. "Die Gemeindevertretung hat einen Beschluss gefasst, der konsequent verfolgt wird."

Das heißt, die Ausschreibung läuft bis 31. Dezember und bis auf Weiteres nur über das Rostocker Immobilienbüro. Makler Sven Harder will keine genauen Angaben zur Zahl der Interessenten für das Objekt machen. Allerdings sei die Tatsache, dass noch ein Erbbaupachtvertrag auf dem Objekt liegt, nicht gerade verkaufsfördernd. Der Kaufpreis von 150 000 Euro "ist eine große Investition, die keiner tätigt, der nicht frei verfügen kann", so Harder. Die Geschäftsführung seiner Firma wolle sich mit der Gemeinde zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen. "So ein einfacher Fall ist das schließlich nicht."

Erbbaupächter Ölschläger genießt jetzt erst einmal den Sommer im Urlaub. Anschließend will er erneut das Gespräch mit der Gemeindevertretung suchen. "Zieht sich Lutter auch zurück, dann stelle ich bei der Gemeindevertretung noch mal den Antrag, den Beschluss mit der Ausschreibungsfrist zu überdenken", so Ölschläger. "Passiert das nicht, bleibe ich zwar bei meinem Kaufantrag, ziehe aber mein Gebot von 115 000 Euro zurück und warte ab."


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