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Boots-Stau südlich der Müritz : Schleusenstreik erreicht Nordosten

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Wer den Urlaub als Hobbykapitän verbringt, hat eigentlich keine Eile. Südlich der Müritz hatten Boote und Jachten aber mehr Ruhe als gewollt: Zwischen Mirow und Berlin wurden die besucherstärksten Schleusen bestreikt.

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2013 | 04:27 Uhr

Der Streik der Schleusenpersonals in Berlin und Brandenburg hat am Donnerstag auch Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamt im Eberswalde (Brandenburg) sagte, waren seit dem Morgen die viel befahrenen Schleusen in Diemitz und Canow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) geschlossen. Damit kamen Bootstouristen und Fahrgastschiffe nicht von der Müritz nach Süden über die Müritz-Havel-Wasserstraße nach Berlin - und umgekehrt. Außerdem war die Schleuse in Wesenberg, die Boote auf einem Seitenarm von und nach Neustrelitz nutzen, außer Betrieb. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi wurden zudem weitere Schleusen in Nordbrandenburg bestreikt, wie unweit der Marina Wolfsbruch von und nach Rheinsberg.

An den gesperrten Schleusen bildeten sich Staus von bis zu mehreren Dutzend Booten auf den Schleusenseiten. Auch Urlauber mit Kindern waren wie in Diemitz betroffen und verärgert.

Fahrgastschiffe änderten ihre Routen, Bootsvermieter hatten sich aber weitgehend auf die Situation eingestellt. Die bestreikten Schleusen in Mecklenburg-Vorpommern sollten am Freitag wieder ihren Betrieb aufnehmen. Diemitz als Nadelöhr hat mit rund 40 000 Booten in der Saison die mit Abstand meisten Nutzer.

Zu den Streiks - in Berlin und Brandenburg soll der Arbeitskampf noch bis Sonntag dauern - hat die Gewerkschaft aufgerufen. Bundesweit wird bereits seit knapp drei Wochen in verschiedenen Regionen innerhalb der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes gestreikt. Anlass sind Umbaupläne bei dieser Verwaltung durch die Bundesregierung. Ziel ist es laut Verdi, den Wegfall von 4000 der bundesweit 12 000 Arbeitsplätze in einem Tarifvertrag sozialverträglich abzufedern. Im Osten Deutschlands seien etwa 2500 Jobs von den Umbauplänen betroffen.

Der Wassertourismus gilt als wichtiger Wirtschaftszweig an der Mecklenburgischen Seenplatte. Zehntausende Hobbykapitäne und Touristen erkunden jährlich die unberührte Natur entlang der Wasserwege von Berlin über Liebenthal, Fürstenberg zur Müritz und Plau nach Schwerin sowie zur Elbe. Die Region mit 34 Schleusen gilt als größtes mitteleuropäisches Schifffahrtsgebiet für Hobbykapitäne.

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