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Aktion “Schlemmen im Advent“ : Schlemmen wie in fernen Ländern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alla Morosow aus der Ukraine und Liliana Koll aus Argentinien kennen die schönsten und leckersten Rezepte aus ihrer Heimat

von
erstellt am 20.Sep.2014 | 18:34 Uhr

Gekonnt formt Alla Morosow die kleinen Teigtaschen vor sich zu Halbmonden. Dazu drückt sie die Teigränder mit ihren Daumen und den Zeigefingern fest zusammen. Gefüllt sind die sogenannten Wareniki, die in der Ukraine als Nationalgericht gelten und besonders gern an Festtagen serviert werden, mit zerstampften Kartoffeln. Das Rezept beherrscht die Frau bereits im Schlaf. Nach Anleitungen kocht Alla Morosow schon lange nicht mehr.

Kochen ist ihre Leidenschaft, vor allem traditionelle Gerichte aus der Ukraine. „Ich habe damit angefangen, als ich zum ersten Mal verheiratet war“, so Alla Morosow. Alle Tricks und Geheimnisse hat sie von ihrer Mutter und ihrer Oma gelernt. „Als Kind wollte ich vom Kochen nichts wissen. Doch als ich dann selbst eine Familie hatte, musste ich immer bei meiner Mutter anrufen und nach den Rezepten fragen“, erinnert sich die Ukrainerin, die seit neun Jahren in Schwerin lebt. Mit der Zeit wurde das Zubereiten der unterschiedlichsten Speisen zum geliebten Hobby.

In der russischen Gemeinde in Schwerin hat sich Alla Morosow bereits einen Namen gemacht. Sie ist bei allen für ihre Kochkünste bekannt. „Ich werde oft angesprochen, ob ich nicht für einen Geburtstag oder eine goldene Hochzeit etwas kochen möchte“, so die 57-Jährige. Ihr Geheimnis: „Ich verwende ausschließlich frische Sachen. Mit Fertigprodukten koche ich nicht.“

Die Rezepte und die Zutaten der ukrainischen Küche sind häufig einfach gehalten. „Wir hatten in der Sowjetunion nicht so eine große Auswahl“, so Morosow. Mehl, Eier oder Kartoffeln sind Zutaten, die jeder zu Hause hatte und aus denen auch die traditionellen Wareniki hergestellt werden. „Das Schöne ist, dass man sie mit allem füllen kann. Wie man es mag.“ Mit Käse, Wurst oder auch mit Kirschen oder traditionell mit Kartoffelstampf. Der ukrainische Klassiker ist jedoch nicht das einzige Gericht, das bei einem Festessen serviert wird. „Wir haben einen Brauch in der Ukraine: Es darf keinen leeren Platz auf dem Tisch geben“, erzählt Alla Morosow. Mindestens zwei bis drei Salate werden dazu serviert, verschiedene Fisch- und Fleischgerichte. „Und zu jedem Gericht gibt es Wodka oder Whisky“, fügt die Ukrainerin lächelnd hinzu. Als Nachtisch werden selbst gebackene Torten und Kekse aufgetischt, zur Weihnachtszeit gibt es zusätzlich traditionelles Gebäck.


Gutes Essen genießen Argentinier gemeinsam


In Argentinien wird die Adventszeit zur Zeit des Schlemmens. Freunde und die Familie treffen sich in Gärten und Hinterhöfen und essen, trinken und feiern gemeinsam. Diese Tradition versucht die Wahl-Mecklenburgerin Liliana Koll, die in Buenos Aires geboren ist, auch in Sternberg fortzuführen. „Hier gibt es zwar keine Palmen und es ist auch nicht 42 Grad Celsius heiß, aber bestimmte Gerichte koche ich auch hier im Winter“, erzählt Liliana Koll, die mit ihrem Mann Olaf die „Gaststätte am Markt“ in Sternberg führt. Das Lieblingsrezept der Argentinierin heißt „Vitello Tonnato“, eine kalte Vorspeise aus Kalbfleisch-Scheiben mit Thunfischsoße. Das Antipasto kommt ursprünglich aus Italien, ist aber auch in Südamerika ein Klassiker auf den Tafeln großer Festessen. „Da es bei uns in Buenos Aires so heiß ist, essen wir hauptsächlich kalte Platten“, erklärt Koll. Und zu jedem Gericht gibt es jede Menge Brot. „Hier in Deutschland verbringen wir die Adventszeit aber sonst sehr traditionell bei Kerzenlicht“, so die Südamerikanerin, die vor 14 Jahren nach Deutschland kam. „Ich bin in den Jahren schon eine echte Deutsche geworden“, fügt sie hinzu.

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