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Fragliche Statistik: Lesehilfe für den Lernatlas 2011 : Schlauer Süden, dummer Norden

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Kluger Süden, dummer Norden - die Essenz der Bertelsmann-Stiftung, zahlenreich belegt im gestern vorgestellten Lernatlas 2011, ist aus Sicht von MVs Bildungsminister Mathias Brodkorb "kein Anlass, nervös zu werden".

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erstellt am 21.Nov.2011 | 08:59 Uhr

Schwerin/Gütersloh | Kluger Süden, dummer Norden - die Essenz der Bertelsmann-Stiftung, zahlenreich belegt im gestern vorgestellten Lernatlas 2011, ist aus Sicht von Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) "kein geeigneter Anlass, nervös zu werden". Die Studie hatte analysiert, wie es in rund 400 Kreisen und kreisfreien Städten um Bildung bestellt ist - in den Dimensionen "schulisch", "beruflich", "sozial" und "persönlich". Die besten Noten erzielte der Kreis Main-Spessart, die schlechtesten die Stadt Wismar in Nordwestmecklenburg. Schlusstrio sind Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen, die Bayern Spitzenreiter.

"Das sind keine neuen Erkenntnisse", sagt Mathias Brodkorb. Für die Betrachtung im schulischen Bereich habe die Stiftung teilweise mehrere Jahre alte Zahlen verwendet. Diese bringen beispielsweise Wismar seit Längerem in den Ruf, die Stadt mit den meisten Schulabbrechern (2008 rund 24 Prozent) zu sein. Eine Erklärung liegt in der Berechnung: Statt die Gesamtzahl der Schulabgänger zu den Schulabgängern ohne Abschluss in Relation zu setzen, vergleichen die Bertelsmann-Forscher die Jugendlichen ohne Schulabschluss mit dem Anteil der 14- bis 17-Jährigen an der Bevölkerung. In Wismar trifft - zugespitzt formuliert - eine schrumpfende Schar halbwüchsiger Wismaraner auf relativ viele Einpendler, die Förderschulen besuchen.

Bei einigen Punkten in der Sparte soziales und persönliches Lernen erscheint nach Einschätzung von Mathias Brodkorb der Zusammenhang zur Bildung fraglich. "Da wurde etwa die Bereitschaft zur Knochenmarkspende bewertet." Auch Parameter wie Wahlbeteiligung, das Engagement für Kirche und Religion oder die Zahl der Breitband-Internetzugänge - jeweils Größen, in denen der Nordosten seine Schwächen hat - waren in den Lernatlas eingeflossen. Die Autoren berufen sich darauf, passende Kennzahlen genutzt zu haben, sofern deutschlandweit Zahlenmaterial vorlag.

Gestern Platz 15 für MV im Lernatlas, vor einem Vierteljahr Rang 10 beim Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Mathias Brodkorb sagt: "Es hängt im Wesentlichen davon ab, was die Forscher beweisen wollen." Sein Gegenvorschlag: Bundesweit vergleichbare Schulab schluss prüfungen. "Dann hätten wir jährlich eine Studie zur Abrechnung."

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