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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 05:10 Uhr

Rostock : Schlappe für Meyer-Werft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitsgericht lehnt Entlassung des Betriebsratschefs ab

Die Entscheidung dürften die Werftarbeiter auf der zur Meyer-Gruppe gehörenden Neptun-Werft in Rostock gestern genau verfolgt haben: Nach dem Streit um die Verlegung der Unternehmenszentrale nach Luxemburg im Sommer, nach dem Konflikt um zu viel Einfluss der Arbeitnehmervertreter, wird bei dem Schiffbauer der Ton schärfer. Gestern nun konnte der Betriebsratschef der Papenburger Meyer Werft, Ibrahim Ergin, einen Sieg verbuchen. Im Rechtsstreit um seine fristlose Kündigung hat er in erster Instanz aus formalen Gründen gewonnen. Das Arbeitsgericht Lingen lehnte gestern den Antrag der Werft auf seine Entlassung ab. Die Geschäftsleitung habe nicht vollständig ihre Pflicht erfüllt, den Betriebsrat über den Grund der Kündigung zu informieren, sagte der Direktor des Arbeitsgerichtes, Christoph Schmedt.

Werftchef Lambert Kruse, kündigte an, die nächste Instanz anzurufen. „Es geht nicht um den Betriebsrat“, sagte er. Man werfe dem Betriebsratsvorsitzenden Ergin ein persönliches Fehlverhalten vor. Dieselben Konsequenzen würde die Werft auch bei anderen Mitarbeitern ziehen. Das Unternehmen wirft Ergin vor, dass er 2011 und 2012 Auszubildende zum Eintritt in die IG Metall genötigt habe. Ergin streitet das ab.

Die Vorwürfe waren erstmals in diesem August bekanntgeworden, Mitte September unterrichtete das Unternehmen den Betriebsrat und wollte die Zustimmung zur fristlosen Kündigung von Ergin. Der Betriebsrat lehnte ab, die Werft rief das Arbeitsgericht an. Das Gericht befasste sich mit den konkreten Vorwürfen der Nötigung nicht. Weil die Vorfälle schon Jahre zurückliegen, hätte der Arbeitgeber den Betriebsrat über die gesamte Chronologie der Informationsbeschaffung unterrichten müssen, so Schmedt.

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