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Theater-Open-Airs : Schlammschlacht der Karibik-Piraten

vom
Aus der Onlineredaktion

„Wir wollen kein Wetter mehr“: Theater-Open-Airs leiden unter Regen – aber es gibt kaum Abbrüche

svz.de von
erstellt am 30.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Die Theater Open Airs in Mecklenburg-Vorpommern leiden unter dem verregneten Sommer. Doch trotz des oft nassen und mitunter auch windigen Wetters wurden bisher kaum Vorstellungen abgesagt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur und Open-Air-Veranstaltern ergab. Es fehlen aber die Spontanbesucher, die sich an einem lauen Abend fürs Open Air entscheiden. „Unsere Schauspieler haben schon einige Schlammschlachten geschlagen“, sagte der Intendant des Piraten-Open-Airs in Grevesmühlen, Peter Venzmer. Bei den Regenmengen, die vom Himmel stürzen, helfe die beste Drainage nichts. „Der Boden nimmt nichts mehr auf.“ Abgebrochen worden sei noch keine der bisher 30 Veranstaltungen, obwohl es bei 15 davon regnete. Respekt zollte Venzmer dem Publikum. Die vorbestellten Karten würden abgeholt, die Fans hielten treu zu den Piraten. „Das ist auch für sie kein Zuckerschlecken.“ Zahlenmäßig liege man etwa so wie im Vorjahr. Venzmer hofft auf den August. Der sei im vorigen Jahr wettermäßig auch der bessere Monat gewesen. Insgesamt sahen 2016 mehr als 60 000 Besucher das Piraten-Open-Air mit seinen Geschichten um Kaper-Kapitän Joshua Flint, die um das Jahr 1700 in der Karibik spielen.

Auch die Schlossfestspiele Schwerin mit Leonard Bernsteins Musical-Klassiker „West Side Story“ haben bisher alle Vorstellungen durchgespielt. „Eigentlich hatten wir Glück mit dem Wetter“, sagte die Sprecherin des Mecklenburgischen Staatstheaters, Franziska Pergande. In der Regel sei das Wetter zu Wochenbeginn schlecht gewesen und habe sich später gebessert. Die Schlossfestspiele spielen von Donnerstag bis Sonntag. Generalintendant Lars Tietje äußerte sich zufrieden. Bisher seien 32 000 Tickets verkauft oder reserviert worden, sagte er. Das sei eine Steigerurng um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Fünf abgesagte Veranstaltungen gab es bisher bei den Open Airs der Vorpommerschen Landesbühne. „Wir wollen kein Wetter mehr“, sagte Sprecherin Martina Krüger. So wurden am Mittwoch zwei Veranstaltungen – „Vineta“ sowie „Adam und Eva“ – wegen Unwetterwarnungen gestrichen. Letztlich sei das Wetter dann gar nicht so schlecht gewesen. Bei der Müritz-Saga in Waren wurde bisher durchgespielt, wie Intendant Nils Düwell sagte. Allerdings fehlten die Spontanbesucher, das merke man schon. „Wir hoffen darauf, dass es bald besser wird“, sagte er. Bis zum 2. September wird an der Müritz noch gespielt.

Keine Absagen oder Abbrüche gab es bisher auch bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen. Auch bei Regen werde gespielt, sagte eine Mitarbeiterin. Dann gebe es Ponchos und die Besucher kämen auch schon entsprechend angezogen. Über Besucherzahlen spricht man bei Störtebeker traditionell nicht vor Saisonende. Aber so viel verriet die Mitarbeiterin: „Wir sind gut besucht.“ Die Operette „Der Zigeunerbaron“ hat ungeachtet des Wetters für volle Ränge auf dem Neustrelitzer Schlossberg gesorgt. Zwei Aufführungen vor dem Ende kamen mit 13 600 Gästen schon etwa 800 Zuschauer mehr als 2016. „Wir werden die Zahl von 14 000 Besuchern wohl schaffen“, sagte Theatersprecherin Wenke Dreffien. 

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