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Mecklenburg-Vorpommern : Schlaglöcher nerven Autofahrer

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Jeden Winter das gleiche Szenario: Auf vielen Straßen klaffen Schlaglöcher, die Kommunen kommen mit der Reparatur nicht hinterher. Slalomfahren ist für Auto- und Radfahrer angesagt. Oder sie müssen ganz langsam fahren.

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2013 | 07:41 Uhr

Rostock | Die Autofahrer in Mecklenburg-Vorpommern sind wegen der vielen Schlaglöcher auf den Straßen genervt. Verantwortlich für die teils gefährlichen Krater ist der häufige Wechsel von Tau- und Frostperioden. Auf mancher Straße müssen die Autofahrer regelrecht Slalom fahren, Radaufhängungen und Stoßdämpfer sind akut gefährdet. Teilweise haben die Kommunen die erlaubte Geschwindigkeit begrenzt, um die Autofahrer und ihre Karossen vor schweren Schäden zu schützen.

Derzeit könne noch keine verlässliche Aussage darüber getroffen werden, ob es weniger oder mehr Schlaglöcher als im vergangenen Winter sind, sagte Steffen Wehner, Sprecher des Schweriner Verkehrsministeriums. Im Jahr 2012 gab das Land für die Beseitigung von Schäden aus dem Winter 2011/12 alleine für Bundes- und Landesstraßen sowie Autobahnen 3,5 Millionen Euro aus.

„Die Rostocker beschweren sich mehr und mehr über Schlaglöcher“, berichtete Stefan Kersten, Leiter bei der Abteilung Straßenunterhaltung in der Hansestadt. Er zählte aus dem Stand eine Reihe von Straßen auf, wo es besser ist, nicht auf das Gaspedal zu drücken.

Gegen die wechselnden Tau- und Frostperioden sei nichts zu machen.Ein Grundproblem aller Kommunen aber sei der Geldmangel, an dem die notwendige Grundsanierung der Straßen scheitere. „Es sind heute die gleichen Löcher, mit denen wir uns schon vor zwei Jahren beschäftigen mussten“, sagte Kersten.

Auch in Neubrandenburg verschlechterte sich in diesen Tagen zunehmend der Straßenzustand. „Immer mehr Löcher und Abplatzungen sind erkennbar“, sagte Bärbel Jeske vom städtischen Immobilienmanagement. Allerdings könnten die städtischen Reparaturtrupps derzeit kaum ihrer Tätigkeit nachgehen, dazu sei trockenes Wetter notwendig.

Nicht anders sieht es auf den Straßen in den Kreisen aus - mit dem Problem, dass da andere Geschwindigkeiten als in den Städten gefahren werden. „Die Straßenmeistereien sind intensiv dabei, die Löcher zuzumachen“, sagte Dietmar Kressmann, Dezernent beim Straßenbauamt Schwerin, das für Westmecklenburg zuständig ist. Ungefähr 40 Arbeiter seien gerade im Westen des Landes unterwegs, die schlimmsten Löcher zu stopfen.

Experten rieten dazu, bei einem durch ein Schlagloch verursachten Schaden die Unfallstelle mit einer Kamera zu dokumentieren. Denn Kommunen, Land oder ein anderer Träger der Straße könnten für Beschädigungen unter Umständen haftbar gemacht werden. Habe aber die Kommune mit einem Schild vor den Straßenschäden gewarnt, sei sie damit aus dem Schneider.

Die Landeshauptstadt Schwerin, in der gerade mächtig gespart werden muss, vertrat auch mit Blick auf die winterlichen Belastungen die Ansicht, dass die Finanzausstattung der Städte dringend verbessert werden muss. „Insbesondere ist es nötig, die zweckgebundenen Zuweisungen für die Verkehrsanlagen deutlich zu erhöhen“, hieß es. Doch die Realität sieht anders aus: In der Streichliste, dem sogenannten Zehn-Millionen-Paket, ist vorgesehen, den Aufwand für Straßenunterhaltung um 80 000 Euro zu senken.

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