Radio in MV : Schlagersender überrascht

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Jüngste Reichweitenmessung zeigt ansonsten einen stabilen Radiomarkt.

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28. März 2018, 20:30 Uhr

Zeugnis-Tag für die Radiosender: NDR 1 Radio MV bleibt laut Chefredakteur Joachim Böskens das erfolgreichste und beliebteste Radioprogramm in Mecklenburg-Vorpommern. Aber auch Ostseewelle Hitradio sieht sich als Sieger: „Unangefochtene Nummer eins bei den jungen Hörern bis 59 Jahre“, freute sich Senderchef Tino Sperke. Beide berufen sich auf die jüngste Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (MA), die nun Audio-MA heißt, weil auch Internet-Radios einbezogen werden.

Sowohl bei Tagesreichweite als auch Marktanteil sieht sich das öffentlich-rechtliche Funkhaus vor den Wettbewerbern. Je nachdem, welcher Filter angelegt wird, sieht das Bild anders aus. Entscheidend sind letztlich die Daten in der werberelevanten Zielgruppe 14 bis 49 Jahre, montags bis freitags pro Durchschnittsstunde oder pro Tag. Was in Teilen schon wieder anachronistisch wird, da NDR1 das einzige werbefreie Landesprogramm ist. Die für die Radiovermarktung wesentliche Kategorie teilen sich die beiden aus Rostock sendenden Privatsender auf halbwegs stabilem Niveau untereinander: Seit 2016 ist das Berliner Schlagerradio B2 am Start, das in MV aber nur in größeren Städten empfangbar ist. B2 trat an, um Schlager-Fans „einzusammeln“, die NDR1 mit seiner Mainstream-Strategie zurückließ. Prozentual legte B2 einen „Raketenstart“ hin: 150 Prozent Steigerung gegenüber 2017! Absolut stieg die Hörerzahl von 8000 auf jetzt 20 000.

Dennoch freut sich Senderchef Oliver Dunk: „Ein großartiger Erfolg, wenn man bedenkt, dass wir lediglich über vier kleinere UKW-Frequenzen im Land verfügen.“ Und er schiebt ein überraschendes, wenngleich „vergiftetes“ Kompliment nach: „Augenscheinlich hat NDR Direktorin Elke Haferburg, genauso wie wir, alles richtig gemacht. Vielen Dank!“ Dunk kündigte an, voraussichtlich im Spätsommer auf einer weiteren Frequenz in Wismar senden zu können.

So ein Start, rumort es unter den Wettbewerbern inoffiziell, aber durchaus anerkennend, habe noch kein Neu-Wettbewerber zuvor hingelegt.

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