Schlafstörungen : Schlaflos in MV: Jeder Dritte betroffen

Schlafstörungen bei den Berufstätigen im Land nehmen alarmierend zu. Schuld ist auch das Freizeitverhalten.

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24. Mai 2017, 05:00 Uhr

Süße Träume sind ihnen nicht vergönnt: 223 000 Frauen und Männer leiden hierzulande unter Schlafstörungen. Das heißt, sie wachen regelmäßig mindestens dreimal pro Woche oder sogar noch öfter mitten in der Nacht auf bzw. können gar nicht erst einschlafen. Nach Angaben der DAK-Gesundheit, die diese Zahlen gestern in ihrem aktuellen Gesundheitsreport veröffentlichte, ist damit fast jeder dritte Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern von Schlafstörungen betroffen. Jeder siebte Berufstätige schläft pro Nacht nur fünf Stunden oder weniger. Etwa jeder Dritte geht meist müde zur Arbeit.

Besorgniserregend: Die Zahl derjenigen, die schlecht schlafen, hat hier im Land seit der letzten repräsentativen Erhebung im Jahr 2009 um 66 Prozent zugenommen. Auch die Zahl der Menschen mit einer Insomnie, einer besonders schweren Schlafstörung, stieg in diesem Zeitraum deutlich an – um 32 Prozent. Jeder zwölfte Beschäftigte leidet mittlerweile an dieser Kombination aus Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung.

„Schlafstörungen sind nicht mehr nur ein Nischenproblem“, erläutert Sabine Hansen, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit. „Die Zahlen sind alarmierend, wenn man die Beeinträchtigungen bedenkt, die mit den Störungen einhergehen.“ So riskierten Schlecht-Schläfer ernsthafte Gesundheitsschäden wie Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen, Herzschäden oder psychische Erkrankungen.

Nicht selten sind die Arbeitsbedingungen schuld daran, dass Berufstätige schlecht schlafen. So verdreifacht sich das Risiko, die schwere Schlafstörung Isomie zu entwickeln, wenn häufig an der Grenze der Leistungsfähigkeit gearbeitet wird.

Allerdings hat die Krankenkasse auch festgestellt, dass die nächtlichen Probleme häufig selbstgemacht sind. 87 Prozent der Erwerbstätigen in MV schauen den im Auftrag der Kasse erhobenen Daten zufolge vor dem Einschlafen Filme oder Serien. 70 Prozent beschäftigen sich mit dem Laptop oder Smartphone – jeder Neunte regelt dann sogar noch dienstliche Angelegenheiten. Schlaffördernd ist das alles nicht.

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